Freitag, 19. Oktober 2007 11:06
„Alles, was man früher gelehrt, geglaubt und getan hat, soll ja alles falsch gewesen sein.“ Ein alter Pfarrer über die Reformen des letzten Konzils. Von Hw. Alois Aßmayr († 1980).


Johannes XXIII. liest die Messe in seiner Privatkapelle.
(kreuz.net) Wenn man die Reden, Schriften und Taten vieler Priester, Theologieprofessoren, Bischöfe,
Kardinale und auch des Papstes heute so überdenkt, drängt sich manchem die mißtrauische Frage des Pilatus
an Jesus auf: „Was ist Wahrheit?“
So vieles und widersprüchliches Zeug kommt da daher, daß nicht nur
ein gewöhnlicher Christ, sondern auch ein Priester oft nicht mehr weiß, was denn überhaupt noch wahr
ist.
Alles, was man früher gelehrt, geglaubt und getan hat, soll ja alles falsch gewesen sein.
Heute
weiß man doch alles viel besser, da die Wissenschaft so große Fortschritte gemacht hat.


Hw. Aßmayr liest die Messe in seiner Pfarrei Biberwier
Wenn man zum
Beispiel die Auslassungen des päpstlichen Visitators in Ecône, Bischof Albert Descamps († 1980), liest,
erst recht, wenn man den ganzen Kampf gegen Erzbischof Marcel Lefebvre und seine Behandlung in Rom überdenkt,
muß man wohl an der gesamten heutigen Führung der Katholischen Kirche irre werden.
Wenn Askese – wie
dieser hochwürdigste Herr geäußert hat – sinnlos ist, wenn die Auferstehung Christi ganz anders erklärt
werden muß, als man sie bisher erklärt hat, wenn es keine bleibende, unveränderliche Wahrheit gibt,
wenn mit dem Tode wahrscheinlich alles aus ist, dann beginnt man zu begreifen, daß die katholische Religion
und die Kirche heute nur noch als Menschenwerk betrachtet wird, und daß daher die Führung in der Kirche
glaubt, alles ändern zu können wie eine willkürliche Staatsführung, die auch „Gesetze“ und „Vorschriften“
mutwillig ändert.
Wenn man das alles hört und liest, beginnt man zu verstehen, daß man heute mit der
Lehre Christi, Seinen Geboten und Sakramenten umgehen will, als ob alles nur Menschenwerk wäre, über
das man beliebig verfügen dürfte.
Aber, meine hochwürdigsten Herren, eine veränderliche Wahrheit
ist ein Unsinn!
Wenn ihr an die eine, unveränderliche Wahrheit nicht glaubt, dann habt ihr uns nichts
mehr zu sagen und habt kein Recht mehr auf Glauben und Gehorsam.
Ihr seid überflüssig, ja mehr als
das: Eure Reformen legen Zeugnis ab von eurem Unglauben.
Ihr legt dem Wort „Reform“ eine Bedeutung bei,
die es nicht hat, um die Gläubigen irre zu führen.
Einen verlotterten Orden reformieren heißt, ihn
in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen, nicht umgekehrt. Ihr gebraucht dieses Wort für die
Zerstörung!
Was haben die Kommunisten zum Beispiel im Namen des Friedens und der Freiheit nicht alles
verbrochen?
Was habt ihr unter dem Deckmantel der „Reform“ nicht schon alles zerstört in der katholischen
Kirche?
Hw. Alois Aßmayr war Pfarrer in Biberwier im Bistum Innsbruck.Bildquelle Johannes XIII.: Rorate-Caeli.blogspot.com
Bildquelle Hw. Aßmayr: Einsicht-online.org