Mittwoch, 7. November 2007 09:55
Bischof unter Druck
Der Bischof von Linz kann leicht unter Druck gesetzt werden: Er verspricht dann verheiratete Priester und sagt, was die Leute gerne hören wollen. Doch wenn der Topf überkocht, passiert das Unerwartete.
Mons. Ludwig Schwarz
Mons. Ludwig Schwarz
(kreuz.net, Linz) Der Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz, hat dem Druck eines rebellischen Pfarrgemeinderates aus der Stadt Steyr – vierzig Kilometer südlich von Linz – nachgegeben.

Das berichtete die Webseite der kirchenfeindlichen österreichischen Tageszeitung ‘Der Standard’ am Dienstag abend.

Die Pfarrei „Heilige Familie“ in Steyr Tabor bekommt vorübergehend einen Priester.

Der bisherige Amtsinhaber, Hw. Alcantara Gracias,
Franz Moser:
„Der Bischof hat uns auch zugesichert, daß die Einführung eines ‘viri probati’-Modells Thema der Herbstvollversammlung der Bischöfe sein wird“.
muß aus gesundheitlichen Gründen für einige Zeit pausieren.

Ende September hatte die Pfarrei mit der Einsetzung eines von seinem Amt abgefallenen Priesters als Messeleser gedroht.

Außerdem forderten Pfarrgemeinderat und Pfarrer damals die Einführung der Priesterehe und der Frauenordination.

Leeres Versprechen?
Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Franz Moser, ist sich vor ‘Der Standard’ sicher:

„Ohne Druck wäre da sicher nichts passiert, und wir stünden ohne Pfarrer da.“

In den nächsten Monaten wird der Nicaraguaner Hw. Gerald I. Etim – der bislang in Steyregg bei Linz tätig war – die Pfarrei in Steyr-Tabor betreuen.

Moser glaubt, noch einen zweiten Sieg gegen den Bischof errungen zu haben:

„Der Bischof hat uns auch zugesichert, daß die Einführung eines ‘viri probati’-Modells Thema der Herbstvollversammlung der Bischöfe sein wird“.

Heiliger Zorn oder überkochender Druck?
Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats erzählte
Franz Moser:
„Der Bischof hat den Zeitungsartikel vor uns zerrissen und gesagt, »Genau das halte er davon«“
vor der Tageszeitung noch eine weitere Begebenheit um Bischof Schwarz.

Als dieser mit seinem Generalvikar zur einer Aussprache in der Pfarrei erschien, habe man gemerkt, daß der Bischof „so richtig sauer“ gewesen sei. Er habe auch den Druck der Medien kritisiert.

Der Bischof hatte sogar einen Artikel dabei, der in einer kirchenfeindlichen Zeitung veröffentlicht worden war und einseitig über die Forderungen des rebellischen Pfarrgemeinderates von Steyr berichtete:

„Der Bischof hat den Zeitungsartikel vor uns zerrissen und gesagt, »Genau das halte er davon«“ – so der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats.


© Titelbild: Pressefoto Diözese Linz
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