Mittwoch, 7. November 2007 16:13
Im Bistum Limburg wurde ein diözesanes Meditations- und Spiritualitätszentrum eröffnet. Die Frage lautet: Was steht dort im Vordergrund?


Die Heilig-Kreuz Kirche in Frankfurt
(kreuz.net, Frankfurt) Am vergangenen Sonntag eröffnete das Bistum Limburg in Frankfurt das ‘Zentrum
für christliche Meditation und Spiritualität’.
Das berichtete die diözesane Webseite Ende Oktober.
Leiter des Zentrums ist der Franziskanerpater Helmut Schlegel. Er war bisher Stadtjugendpfarrer in Wiesbaden,
Leiter eines Exerzitienhauses der Franziskaner und zuletzt neun Jahre Provinzial seines Ordens in Fulda.
Der Geistliche wird von Schwester Beate Glania und Schwester Kristina Wolf unterstützt. Beide sind ausgebildete
Theologinnen mit Gemeindeerfahrung und gehören zur Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern.
Das neue spirituelle Zentrum will kontemplativ, kommunikativ und politisch sein und in die Großstadt
Frankfurt hineinwirken.
Es ist in der ehemaligen Pfarrkirche Heilig Kreuz hoch über dem Stadtteil Bornheim
beheimatet.
Vor der Webseite der Diözese Limburg erklärt Pater Schlegel, daß Spiritualität schon
lange keine Domäne der christlichen Kirchen mehr sei.
Es will auf die „offenkundigen Bedürfnisse der
Menschen“ eine Antwort „auf christlichem Hintergrund“ geben.
Das Angebot des Hauses richtet sich an Menschen
aller Konfessionen, Weltanschauungen und Kulturen.
Angekündigt sind Besinnungen zum Advent, Spirituelles
für Frauen, eine Gebetsschule, kreative Kurse, Meditationsübungen, Musik christlicher Mystiker, meditatives
Tanzen, einen Meditations-Schnupperkurs für Kinder oder ein Werkstattgespräch über ethische Geldanlagen.
Menschen, die keinen Kontakt zu einer christlichen Kirche haben, will man durch begleitete Wanderrunden
durch den Ostpark oder mit Zen für Anfänger anlocken.
Einmal im Monat ist eine sogenannte Emmausmesse
geplant. Sie will Fernstehende ansprechen, die „gern mal“ in die Kirche gingen, aber sonntags auch ausschlafen
möchten.
Der Gottesdienst beginnt erst um 12.00 Uhr. Während der Liturgie gibt es nach Angaben der
diözesanen Webseite „Raum zum Schweigen, sich Austauschen, Bibel verstehen oder Pläne schmieden“. Die
Messe endet mit einem gemeinsamen Mittagessen.
Ein anderes Angebot nennt sich „Wege des Heilwerdens“.
Es richten sich nicht in erster Linie an Gläubige und will „ganzheitliche Heilungsrituale, die Segen
und Versöhnung für das eigene Leben ermöglichen“, vollziehen.
Dazu gehören Übungen, „um den eigenen
Körper anzunehmen, an Leib und Seele zu gesunden und den Körper als »kundigen Lehrer« zu akzeptieren“.
Titelbild: Wikipedia-Benützer „dontworry“, GNU