Donnerstag, 8. November 2007 12:06
Die Röschenz-Sekte ist weiter auf Siegeskurs
In der Schweiz wächst von Tag zu Tag die Wahrscheinlichkeit, daß das staatskirchliche Pulverfaß, auf dem die Kirche sitzt, schon bald explodieren wird.
Der suspendierte Priester Franz Sabo
Der suspendierte Priester Franz Sabo
(kreuz.net) Am 5. September beschloß das Kantonsgericht Basel-Land, daß die abtrünnige Kirchgemeinde Röschenz im Bistum Basel ihren suspendierten und vom Bischof abgefallenen Priester Franz Sabo weiterhin beschäftigen darf.

Gestern hat der vor Gericht unterlegene ‘Landeskirchenrat Basel-Land’ nach Angabe von Schweizer Medien erklärt, auf ein Appellationsverfahren vor dem eidgenössischen Bundesgericht zu verzichten.

Das Bundesgericht sei weitgehend an die Feststellungen der Vorinstanz gebunden. Darum sei eine Anfechtung des Urteils wenig sinnvoll.

Der Landeskirchenrat ist die vom Staat anerkannte ausführende Behörde der Katholiken, die auf dem Gebiet des Halbkantons Basel-Land wohnen.

Damit ist der letzte Zweifel ausgeräumt, daß der Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, keine Möglichkeit besitzt, Sabos schismatische Tätigkeit innerhalb der Strukturen einer katholischen Pfarrei, die zu seiner Diözese gehört, zu unterbinden.

Er fungiert in seiner Diözese wie ein repräsentativer Monarch, dem keine wirklichen Weisungsbefugnisse zukommen.

Außergerichtliche Lösung?
Zum September-Gerichtsentscheid kam es, weil die abtrünnige Kirchgemeinde Röschenz gegen Sabos Entlassung, die vom Landeskirchenrat bestätigt wurde, vor Gericht geklagt hatte.

Der Landeskirchenrat kritisiert jetzt diesen Gerichtsentscheid.

Das schriftliche Urteil bestätige den Eindruck, daß das Gericht seiner Pflicht zur sorgfältigen Sachverhaltsermittlung nicht ganz nachgekommen sei – so der Landeskirchenrat.

Die Behauptung des Gerichtes, daß die Gespräche mit Sabo vom Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, nicht „entscheidungsoffen“ geführt worden seien, beruhten auf aktenwidrigen Überlegungen und einer selektiven Beurteilung der Fakten.

Der Landeskirchenrat will nun außergerichtliche Wege suchen, um „in der verfahrenen Situation“ zu einer Lösung zu kommen.

Es gebe bereits Gespräche „mit den Beteiligten“. Eine Lösung sei aber noch „nicht in Griffweite“.

Hilfloses Bistum
Dem hilflosen Generalvikar des Bistums Basel, Pater Roland-Bernhard Trauffer, blieb gestern nichts anderes übrig, als in einer Pressemitteilung die Bemühungen des Landeskirchenrates zu loben.

Er kündigte für den 12. November eine Stellungnahme des Bischofs von Basel an.
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