Sonntag, 11. November 2007 13:41
Ein Mann, ein Wort?
Bischof Mixa zu Gast bei Maybrit Illner. Er flötete dabei in höchsten Tönen vor sich her. Ein Kommentar von Werner Rothenberger.
Bischof Walter Mixa von Augsburg
Bischof Walter Mixa von Augsburg
(kreuz.net) Die ZDF-Talkshow von Frau Maybrit Illner vom vergangenen Donnerstag abend behandelte das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in Deutschland.

Neben Bischof Walter Mixa (66) von Augsburg waren Nadja Benaissa (25), Sängerin bei der Popgruppe „No Angels“, der deutsch-türkische Imam Bekir Alboga (44), Sprecher des muslimischen „Koordinierungsrates“, Ole von Beust (52), CDU-Bürgermeister von Hamburg und die deutsch-türkische Rechtsanwältin Seyran Ates (44) dabei, die gerade ein Buch über den Multikulti-Irrtum geschrieben hat.

Der Journalist Henryk M. Broder kritisierte die Sendung auf ‘Spiegel-Online’ wie folgt:

„Wie hoch darf ein Minarett in Deutschland sein? Mit solchem Kleinkram palaverte Maybrit Illners ZDF-Talkrunde zum Islam instinktsicher an jeder wichtigen Frage vorbei. Nicht einmal der zuvor als Pol Pot verunglimpfte Bischof Mixa brachte Feuer in die Runde.“

Die Äußerungen von Bischof Mixa zum Verhältnis der Religionen waren nicht nur harmlos, sondern zugleich ärgerlich für Katholiken seines Bistums und darüber hinaus.

„Ängste und Vorurteile“ – so Bischof Mixa, seien „die schlechtesten Ratgeber für ein Zusammenleben in einer freiheitlichen Demokratie.“

Man fragt sich allerdings, ob diese Einsicht nicht auch im Bistum Augsburg zu gelten hätte.

Vor wenigen Wochen haben „Ängste und Vorurteile“ zur Zwangsbeurlaubung des Augsburger Priesters, Hw. Thomas Balogh und zur Kürzung seines Gehaltes um 50% geführt.

Ist es nicht Heuchelei, wenn der Augsburger Oberhirte vor einem Millionenpublikum vom „Dialog mit gläubigen Muslimen“ spricht, aber in seinem eigenen Bistum den Dialog zwischen einem Priester und einigen seiner Kritiker unterbindet?

Hw. Balogh wurde gegen seinen Willen aus der Pfarreiengemeinschaft Lindau Insel, Reutin und Zech entfernt. Ein klärender Dialog ist dort nicht mehr möglich.

Jesus Christus sagt von den Schriftgelehrten und Pharisäern: „Sie reden nur, tun selber aber nicht, was sie sagen.“

Exzellenz Mixa! Sie sollten nicht nur im Fernsehen von „Geduld füreinander“, „gegenseitigem Ernstnehmen“, „gegenseitiger Achtung“ oder „gutem Umgang im Miteinander“ reden.

Nicht nur Muslime haben ein Recht auf eine derartige Umgehensweise, sondern auch katholische Priester.

Vor einem Millionenpublikum würdigten Sie „ausländische Arbeitnehmer, die hinter dem Programm ihrer Firma“ stehen.

Oder sie werteten es als positiv, daß sich viele Ausländer an ihrem Arbeitsplatz „sehr zuverlässig“ einsetzen.

Bitte würdigen Sie auch, daß Ihr Priester Thomas Balogh voll hinter der Lehre der Kirche steht und daß er ein zuverlässiger und gewissenhafter Arbeiter im Weinberg des Herrn ist.

Herr Bischof, prüfen Sie bitte, ob Ihre Worte mit Ihren Taten übereinstimmen.

© Titelbild: Pressestelle Bistum Augsburg
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