10:08:39 | Montag, 12. November 2007
Ein neuernannter Kurienerzbischof hat kürzlich mit heller Begeisterung von der klassischen Römischen Liturgie gesprochen.
(kreuz.net) Erzbischof Gianfranco Ravasi (65) ist der Alten Messe „außerordentlich freundlich“ gesonnen.
Das erklärt er in einem Interview mit der italienischen Webseite
‘Petrus’.
Der aus der Erzdiözese Mailand
stammende Bibliothekar und Autor wurde im vergangenen September von Benedikt XVI. zum Präsidenten des
Päpstlichen Kulturrates ernannt und noch im gleichen Monat zum Bischof geweiht.
Mons. Ravasi ist auch
Präsident der Päpstlichen Kommission für kirchliche Kulturgüter und Präsident der Päpstlichen Kommission
für kirchliche Archäologie.
Im Interview erklärte er, daß die Alte Messe ein Denkmal der Kirchengeschichte
und Zivilisation sei: „Wie könnte es möglich sein, diese Tradition zu verleugnen?“
Mons. Ravasi verweist
auf die Würde des Gregorianischen Chorals und der lateinischen Sprache: „Es handelt sich bei der Alten
Messe um ein Juwel, das verteidigt werden mußte“.
Der Einsatz für den Alten Ritus beinhaltet für Mons.
Ravasi keinen Ausschluß des Novus Ordo oder der Messe in der Nationalsprache: „Ich würde sagen, daß
es sich um zwei verschiedene Zugänge handelt, die beide zu schätzen sind.“
Der Erzbischof kritisierte
im Interview auch die „Kälte der modernen Technologie“, welche die menschliche Fähigkeit behindert,
miteinander zu reden:
„Unsere Sprache besitzt 15.000 Vokabeln. Es gibt Schätzungen, wonach Jugendliche
davon durchschnittlich 800 bis 1000 verwenden.“
Das Verhältnis von Glauben und Wissen beschreibt Mons.
Ravasi im Interview als „Duett“ – nicht als „Duell“.