Mittwoch, 14. November 2007 16:19
Nur wenige leisteten Widerstand
Das Zelebrieren eines alten Geistlichen wurde mit einer unanständigen Handlung gleichgesetzt, bei der niemand dabei sein darf, wie etwa ein Gang zur Toilette. Ein alter Pfarrer über die Reformen des letzten Konzils. Von Hw. Alois Aßmayr († 1980).
Das Vorstehen einer neuen Messe zum Fußvolk hin. hin.
Das Vorstehen einer neuen Messe zum Fußvolk hin. hin.
(kreuz.net) Aus Erfahrung wußten die Reformer, daß die meisten Leute ohnehin alles fressen, was man ihnen vorsetzt, besonders wenn es von oben her gutgeheißen und empfohlen wird.

So war es auch. Nur wenige leisteten Widerstand. Jetzt will man auch diese zur Strecke bringen, indem man die neue Messe bindend vorschreibt und die alte endgültig verbietet, was zu Beginn der Fastenzeit geschehen soll.

Der zuständige Bischof darf zwar noch einzelnen alten Herren erlauben, die alte Messe zu zelebrieren. Es darf aber ja niemand anderer dabei sein.

Lächerlicher konnte sich unsere Führung wohl kaum mehr machen, aber auch kaum einen besseren Beweis für ihren Haß gegen alles Katholische liefern.

Mir kommt das so vor, als ob man das Zelebrieren eines alten Geistlichen mit einer unanständigen Handlung gleichsetzt, bei der niemand dabei sein darf, wie etwa ein Gang zur Toilette.

Da geht man erst hinein, wenn niemand mehr drinnen ist. Man sperrt zu und öffnet erst wieder, wenn man fertig ist.

Natürlich rechnet man, daß nur ganz wenige sich getrauen, den Gehorsam zu verweigern, und denen wird man schon gewachsen sein.

Hw. Aßmayr liest die Messe in seiner Pfarrei Biberwier
Hw. Aßmayr liest die Messe in seiner Pfarrei Biberwier
„Folgst du nicht willig …“

Eine Messe, die den Protestanten und Modernisten recht ist, die kann nur eine Scheinmesse sein und keine katholische.

Wenn auch Paul VI. die Messe verbietet, die Scheinmesse und all die anderen „Reformen“ aber für bindend erklärt, wundert es mich nicht, wenn er es verbietet, sich auf die früheren Päpste zu berufen, da er ja mit diesen in Widerspruch steht.

Zur Empfehlung der neuen Messe hat man gesagt, daß man sie „durchschaubar“ gemacht habe.

Die wahre Messe ist ein Geheimnis und ein Wunder. Beide kann man nicht durchschaubar machen, ohne sie zu zerstören.

Das ist so ähnlich wie mit einem Kleid. Ein Kleid soll bedecken und verbergen. Wenn man es „durchschaubar“ macht, erfüllt es seinen Zweck nicht mehr.

Ein durchsichtiges Kleid kann nur ein Mensch tragen, der die Scham bereits verloren hat und unredliche Absichten vorhat.

Wenn man in die heutige Kirche geht, ist es genau wie früher, als viele sich weigerten, protestantisch zu werden. Nicht diese haben ihren Glauben verraten, sondern die, welche protestantisch geworden sind.

Nicht diejenigen Katholiken haben sich von der Katholischen Kirche abgespalten, die ihrem Glauben treu geblieben sind, sondern die andern.

Heute ist die Sache genau so: Nicht ich habe meinen Glauben geändert und mich von der Katholischen Kirche getrennt, die ihr mir das vorwerft und meine Haltung übel nehmt, sondern ihr seid es, die abgefallen sind, die noch vor wenigen Jahren das gleiche getan und geglaubt habt wie ich noch heute.

Viele haben euch das nachgewiesen. Ich erinnere besonders an Professor Georg May, Professor Wigand Siebel, A. Holzer und viele andere, die auch keine Lappen sind.

Ich erkläre daher ganz offen: Ich lasse mir die neue Scheinmesse von niemandem vorschreiben und auch die alte von niemandem verbieten.

Hw. Alois Aßmayr war Pfarrer in Biberwier im Bistum Innsbruck.
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