09:23:49 | Dienstag, 20. November 2007
Ein deutscher Kirchenfeind glaubt immer noch, daß seine
Beschimpfungen des Kölner Erzbischofs eine „Frage der Meinungsfreiheit“ – die er dem Kardinal nicht zugestehen will – sind.
(kreuz.net) Schuld ist eine „Falschmeldung des Landgerichts Köln“. Dadurch sei der Eindruck erweckt worden,
er habe die Einstweilige Verfügung des Kölner Kardinals gegen ihn
akzeptiert: „Das Gegenteil ist der
Fall.“
Das erklärte der kirchenfeindliche deutsche Bundestags-Abgeordnete, Volker Beck (47), gestern
auf seiner Webseite.
Beck ist ein selbsterklärter Homosexueller und notorisch für seine zahlreichen
Angriffe gegen die Kirche.
Jetzt hat er sogar vor dem Landgericht Berlin Klage gegen Kardinal Meisner
erhoben.
Das Verbrechen des Kardinals ist nach Beck offenbar eine Predigt, die dieser am vergangenen
7. Oktober in der Kirche des Benediktinerklosters Einsiedeln in der Zentralschweiz hielt.
Beck zitiert
daraus fünf, seiner Meinung nach verbrecherische Passagen:
•
„Europa droht sich von seinen Wurzeln
abzuschneiden. Europa ist dabei, unbegreiflicherweise die Quelle zu verstopfen, aus der sich sein reiches
kulturelles und zivilisatorisches Leben entfaltet hat. Europa will den Namen Gottes aus seiner Verfassung
und darin die Berufung auf Jesus Christus vermeiden. […] Es scheint aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts
nichts gelernt zu haben!“•
„Das Dasein ist eine Einheit. – Der Mensch ist eins, weil er eine Person
ist. Aber durch die Sünde ist er gespalten und auseinander gefallen: Er erfährt sich oft nur noch als
Triebbündel, als zerfahren, als atomisiert. Er ist in seiner Persönlichkeit gespalten. Das diagnostizieren
die Psychologen mit dem Wort »Schizophrenie«.
Der Apostel Paulus schildert dasselbe, indem er im Römerbrief
sagt: »Ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will. Ich unglücklicher
Mensch« (Röm 7,19.24). Die sogenannte Aufklärung im 19. Jahrhundert meinte, wenn der Mensch weiß,
was gut ist, dann tut er auch das Gute. Darum definierte man: »Wissen ist Macht«. Aber das war und ist
ein Grundirrtum, wie Paulus sagt: »Ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht
will.«
Der Mensch ist nicht heil oder durch die Aufklärung allein zu heilen. Stalin und Hitler waren
keine Monstren, sondern sie waren Menschen. Sie haben aber durch ihre Taten den naiven Aufklärungsglauben
ad absurdum geführt.“•
„Das Sein in der Welt ist wahr, weil Gott die Wahrheit in Person ist. Der
Mensch aber macht oft sein eigenes Dasein unwahr, wenn er das Schöpfungsgedächtnis verliert. Wenn er
zum Beispiel meint, daß Mann und Frau nicht aufeinander bezogen sind, damit sie in der Ehe zur Familie
werden. Alle so genannten alternativen Modelle des menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr
und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde.“• Die
Einsicht des Kardinals, daß
„mit jeder Abtreibung auch ein Teil der mütterlichen Seele stirbt“.•
„Die
Sünde macht immer alt und häßlich. Eine Abtreibung etwa […] macht eine Frau älter als ein halbes
Dutzend Geburten.“Beck glaubt, daß diese Äußerungen ganze Bevölkerungsgruppen wie Mütter, die abgetrieben
haben, wiederverheiratete Geschiedene, nichteheliche Lebensgefährten und Homos „diskriminieren“.
An
einigen Stellen der Predigt fehle der vom ‘Katechismus der Katholischen Kirche’ geforderte „Respekt“,
mit dem diesen Menschen zu begegnen sei – belehrt der Kirchenfeind den Kardinal.
Jetzt will Beck vom
Landgericht Berlin feststellen lassen, daß ihm der Kölner Erzbischof die Beschimpfung als „selbstgerechten
Haßprediger“ nicht verbieten darf:
„Ich hatte Kardinal Meisner die Gelegenheit gegeben, auf die vorläufig
in der Einstweiligen Verfügung genannten Rechte zu verzichten, sich dieser nicht mehr zu berühmen und
damit den Rechtsstreit endgültig beizulegen“ – erklärt Beck großzügig: „Dieses Angebot hat er nicht
angenommen.“
Der Homo-Ideologe weist darauf hin, bereits erklärt zu haben, daß er seine Beschimpfung –
Beck redet von „Bezeichnung“ – in diesem Zusammenhang nicht mehr verwenden wolle.
Er wolle „Herrn Meisner“
auch nicht in die Nähe von Terroristen rücken – erkennt Beck die absurden Implikationen seiner Beschimpfung
sogar selber.
Doch trotz dieser Beteuerungen bleibt Beck uneinsichtig: „Die Äußerung ist vor dem Hintergrund
des in der Predigt Gesagten keine Beleidigung oder ein Angriff auf die Ehre des Kardinals.“
Es könne
nicht sein, daß Äußerungen eines Kardinals gegenüber scharfer öffentlicher Kritik „sakrosankt“ seien,
wenn er ganze Gruppen von Menschen in seinen Predigten – angeblich – angreife.