Montag, 26. November 2007 14:13
Kein Glück mit der Alten Messe haben die Gießener. Alles ist da: das Motu Proprio, der Priester, die Kapelle. Doch jetzt fehlt das Meßbuch.


Die Nachfrage nach der Alten Messe steigt.
(kreuz.net, Gießen) Walter Schwemmler hat für das katholische Dekanat Gießen eine Alte Messe beantragt.
Das berichtete der ‘Gießener Anzeiger’ am 16. November.
Die Universitätsstadt Gießen mit rund 74.000
Einwohnern ist das administrative Zentrum Mittelhessens. Kirchlich gehört die Stadt zum Bistum Mainz.
Dem örtlichen Antrag für die Alte Messe war bisher kein Glück beschieden.
Der Pfarrer der Gießener
Gemeinde St. Albertus, Hw, Hermann Heil (56), bei dem Schwemmler seine Bitte einreichte, will nicht richtig.
Er leugnet sogar, daß Schwemmler eine – vom Motu Proprio verlangte – „feste Gruppe“ hinter sich habe.
Schwemmlers Antrag wurde von 33 weiteren Katholiken unterzeichnet.
Im Jahr 2002 sammelte er bereits
mehr als 300 Unterschriften für die Alte Messe. Er schickte den Antrag nach den damals geltenden Regeln
an das Mainzer Ordinariat – und wartet seit fünf Jahren auf eine Antwort.
Dieses Mal hat er nach eigenen
Angaben nach 34 Unterschriften mit dem Sammeln aufgehört. Er glaubt, daß diese Zahl ausreicht, um –
im Sinne des Motu Proprios – die Existenz einer „festen Gruppe“ nachzuweisen.
Die Liste von 2002 beweist
seiner Meinung nach auch die Dauerhaftigkeit dieser Gruppe.
Die 34 Unterzeichner kommen – so Schwemmler –
mehrheitlich nicht aus Gießen, sondern aus dem ganzen Dekanat.
Den Antrag stellte er in der Pfarrei
St. Albertus, weil dort 14 der Unterzeichner leben.
Schwemmler weiß auch schon einen passenden Ort für
die Meßfeier – die Krypta der Albertus-Kirche in der Nordanlage, einem Stadtteil von Gießen.
Auch einen
Priester gibt es – der im Ort Lollar lebende Resignat Dr. Bernhard Falck. Gläubige aus der Albertus-Gemeinde
sind bereit, sich als Meßdiener zur Verfügung zu stellen.
Doch jetzt droht Schwemmlers Antrag an Pfarrer
Heil zu scheitern.
Dieser vertröstet ihn und gibt keine konkrete Antwort – so Schwemmler.
Vor dem ‘Gießener
Anzeiger’ dementierte der Priester, daß er die Alte Messe blockieren wolle: „Obwohl sie im Grunde mein
Anliegen nicht ist“.
Der Pfarrer erklärte weiter, daß es gar keine Gruppe gebe. Bisher seien nur zwei
Leute an ihn herangetreten.
Daß Resignat Falck bereit ist, die Alte Messe zu lesen, weiß er. Das solle
aber in der Filialgemeinde Heuchelheim – die westliche Nachbargemeinde von Gießen – geschehen.
Doch
zuerst müsse Hw. Falck ein geeignetes Meßbuch finden und sich vorbereiten.
Das mit dem Meßbuch will
Schwemmler dem Pfarrer nicht abkaufen: Es sei kein Problem, kurzfristig ein solches zu beschaffen.
Die
vom Pfarrer vorgeschlagene Kapelle hält er für zu klein. Außerdem wolle man keine Werktagsmesse einmal
im Monat, sondern eine regelmäßige Sonntagsmesse.
Inzwischen hat Pfarrer Heil von St. Albertus eine
Gesprächsrunde veranstaltet, bei der er erläuterte, daß der neue Ritus zwar einiges geändert habe,
aber kein Bruch mit der Vergangenheit darstelle.
Wie die Sache ausgehen wird, ist noch unklar. Doch einen
Trumpf hat Meß-Initiator Schwemmler noch im Sack: Rom einschalten.
© Titelbild: Vernon Quaintance,
traditionalcatholic.org.uk