Dienstag, 27. November 2007 18:24
Auf Lateinisch oder gar nicht
Drei Priester in der norditalienischen Diözese sind letzten Sonntag in den Meß-Streik getreten. Ihre Gemeinden folgten ihnen nach.
Gefüllte Kirche bei einer Firmung im Alten Ritus
Gefüllte Kirche bei einer Firmung im Alten Ritus
(kreuz.net) „Unser Priester wird jetzt keine Messe zelebrieren. Ihr könnt in Frieden hingehen oder um 18.00 Uhr wiederkommen, wenn die Messe auf Latein zelebriert wird“.

Das verkündigte ein Ministrant am Sonntag morgen in der Kirche im 1.200-Seelen-Ort Santa Maria Maggiore, 130 Kilometer nordöstlich von Turin. Die Gemeinde gehört zur Diözese Novarra.

Die Ereignisse wurden am 26. November von der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ bekanntgemacht.

Der Pfarrer von Santa Maria Maggiore heißt Hw. Alberto Secci. Er dispensierte sich am Sonntag selber von der Feier der Novus-Ordo-Sonntagsmesse.

Ähnlich verhielt sich auch Hw. Stefano Coggiola, Pfarrer im 5000-Seelen-Ort Crevoladossola – ebenfalls 130 Kilometer nordöstlich von Turin.

Ein dritter streikender Priester war Hw. Marco Pizzocchi, Pfarrer von Garbagna und Nibbiola.

Nach Angaben von ‘La Stampa’ rebellieren die drei Geistlichen gegen den Bischof von Novara, Mons. Renato Corti (71). Dieser hatte sich vor einigen Tagen zur korrekten Anwedung des päpstlichen Motu Proprio zur Freigabe der Alten Messe geäußert:

„An Sonn- und Feiertagen ist es obligatorisch, die Messe in voller Übereinstimmung mit dem Meßbuch von Paul VI. zu zelebrieren – also die ordentliche Form auf Italienisch.“

Die Alte Messe dürfe den ordentlichen Ritus nicht ersetzen.

Die drei Pfarrer, welche die Lateinische Messe täglich zelebrieren, meldeten sich darauf zu Wort:

„Der Alte Ritus ist jener Ritus, in dem auch unser Bischof getauft und zum Priester geweiht wurde. Wir sind keine Juke-Box-Priester, die bald eine Messe auf Italienisch und bald eine andere auf Lateinisch lesen.“

So beschlossen die drei nach Angaben von ‘La Stampa’ der italienischen Sonntagsmesse fernzubleiben.

Der für die Gegend zuständige Bischofsvikar beeilte sich, Vertretungen für die streikenden Priester zu organisieren.

Dennoch mußte eine italienische Messe, die um 17.00 im Ort Santa Maria Maggiore stattfinden sollte, abgesagt werden.

Denn in der Kirche befanden sich zu Meßbeginn nur vier Frauen. Sie erklärten dem Aushilfspriester, lieber auf die lateinische Messe von Hw. Secchi warten zu wollen.

Ein anderer Aushilfspriester fand sich nur vierzig Gläubigen gegenüber und zog es vor, in einer Seitenkapelle zu zelebrieren.

Der Bischof hat offenbar beschlossen, eine Konfrontation mit den Priestern zu vermeiden – nicht zuletzt, weil die drei Geistlichen die Gläubigen hinter sich haben.

In Crevoladossola hatten zwar einige Mütter behauptet, daß die lateinische Messe die Kinder angeblich entmutige.

Doch in der Ortschaft Santa Maria Maggiore unterschrieben 600 Personen – die Hälfte der Gemeindebevölkerung – zugunsten der Alten Messe.

Der Vizebürgermeister des Ortes lobt den Ortspfarrer: „Hw. Secchi arbeitet zum Wohl der Bevölkerung, indem er einen Ritus verwendet, über den man diskutieren kann.“

Es sei die Sache der Priester und der Diözese, in dieser Sache eine Entscheidung zu fällen.

© Titelbild: Vernon Quaintance, traditionalcatholic.org.uk
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