Samstag, 1. Dezember 2007 12:29
Mitte November hat ein nigerianischer Pfarrer seine Pfarrei im Bistum Osnabrück fast fluchtartig verlassen. Zurückgeblieben sind Rätsel.


Webseite Bistum Osnabrück
(kreuz.net) Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Josef in Wallenhorst-Hollage im Bistum
Osnabrück fielen aus allen Wolken.
Mitte November informierte sie ihr Pfarrer, Hw. Stephen Egwim aus
Nigeria, daß er die Gemeinde vorzeitig verlassen werde.
Inzwischen scheint der Priester bereits nach
Nigeria zurückgekehrt zu sein.
Jetzt rätselt man in der Gemeinde über die Gründe des überraschendes
Abschieds des Pfarrers: „Pastor Egwim möchte sich im Moment nicht öffentlich äußern“ erklärte der
Generalvikar des Bistums Osnabrück, Prälat Theo Paul, nach dem Abschied des Priesters:
„ Er hat auch
mir gegenüber keine weiteren Einzelheiten zu den Vorwürfen genannt. Das ist bedauerlich, weil wir damit
bei der Aufarbeitung der Geschehnisse nicht vorankommen“.
Es gibt Gerüchte, wonach der Priester sein
Handtuch wegen Anfeindungen rassistischer Art geworfen haben soll.
Doch der Generalvikar erklärte, daß
die Gründe für die Entscheidung von Hw. Egwims „vielschichtiger“ gewesen seien.
Gleichzeitig beeilte
sich Bistumsleitung und Pfarrgemeinde zu betonen, daß fremdenfeindliche Äußerungen und Beleidigungen
in der Katholischen Kirche keinen Platz hätten.
In einer Presseerklärung erklärte die verlassene Kirchengemeinde
St. Josef, den nigerianischen Priester „mit offenen Armen“ und mit Dankbarkeit aufgenommen zu haben:
„Völlig überraschend hat Pastor Egwim die Verantwortlichen in Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat Ende
über seine Absicht informiert, Hollage vorzeitig zu verlassen.“
Es sei der Gemeinde bedauerlicherweise
trotz ausführlicher Gespräche nicht gelungen, den Priester von seiner Entscheidung abzubringen: „Zu
den Gründen seines Ausscheidens wollte Pastor Egwim öffentlich keine Stellungnahme abgeben. Wir respektieren
diese Entscheidung.“
Der Gemeinde gegenüber habe Hw. Egwim nicht zum Ausdruck gebracht, daß Beleidigungen
für seine vorzeitige Abreise ausschlaggebend waren.
Auch die Gemeinde beeilt sich, „jegliche fremdenfeindlichen
Beschimpfungen aufs schärfste“ zu verurteilen.
Am 22. November wurde Generalvikar Paul vor der ‘Neuen
Osnabrücker Zeitung’ auf angeblich „zahlreiche verbitterte und wütende Äußerungen von Mitgliedern
der Kirchengemeinde St. Josef“, die nicht fassen könnten, was mit Hw. Egwim passiert sei, angesprochen.
Die Antwort des Generalvikars blieb vage. Er verurteilte „Fremdenfeindlichkeit“ und erklärte, daß sich
wohl verschiedene Dinge in der täglichen Zusammenarbeit zugetragen hätten: „Manches ist anscheinend
auch ungeschickt oder leichtfertig gesagt worden.“
Es habe auch Belästigungen durch eine Stalkerin gegeben:
„Diese Dinge und dann die Beleidigungen haben Pastor Egwim nach seinen Worten dazu veranlaßt, die Gemeinde
zu verlassen.“
Doch Hw. Egwim scheint nicht im Zorn geschieden zu sein. Er hat zugesagt, im nächsten
Sommer wieder als Gast in das Bistum Osnabrück zu kommen.