Montag, 3. Dezember 2007 12:31
Mißstände gibt es in Priesterseminaren immer wieder. Doch wenn das Umfeld liberal ist, wird aus der Sache kein Kirchenpolitikum gemacht. Im Gegenteil.


Symbolfoto
(kreuz.net) Anfang September 2007 erhielt ein deutsches Priesterseminar einen neuen Spiritual. Aus welchem
Gründen mußte der Vorgänger in diesem Amt zurücktreten?
Das Ende seiner Karriere begann, als sich
Alumnen in einer heiklen Sache an ihn wandten.
Sie baten den Spiritual, den Bischof über schwere Mißstände
im Haus zu informieren.
Was war geschehen und geschieht offenbar immer noch?
Vor einiger Zeit wurde
der Fall eines Seminaristen bekannt, der vom dortigen Regens mit den Worten an die Wand gedrückt wurde:
„Dich krieg’ ich auch noch“.
Der kirchliche Vorgesetzte meinte mit dieser mysteriös-rabiaten Formulierung,
wie es scheint, Dienste sexueller Natur.
Offenbar müssen Seminaristen des Bistums ihrem Regens regelmäßig
für solche Praktiken zur Verfügung stehen.
Der Regens besucht mit seinen Seminaristen auch regelmäßig
Saunen außerhalb der Bischofsstadt.
Aufgrund dieser Vorgänge hat er sich den Spitznamen „die Sauna-Frieda“
[Name von der Redaktion geändert] eingefangen.
Angesichts dieser Umstände vertrauten sich Seminaristen
ihrem inzwischen entlassenen Spiritual an.
Dieser suchte das Gespräch mit dem Diözesanbischof und informierte
den Oberhirten über die Zustände. Er bat den Bischof auch, endlich zu handeln.
Aufgrund dieses Gespräches
kam es zu einer Umbesetzung in der Leitung des Priesterseminars: Der Spiritual wurde entlassen.
Die Sache
ist nicht neu. Bereits zu Zeiten des Vorgängerbischofs sorgten die Vorgänge im Priesterseminar hinter
vorgehaltener Hand für reichlichen Gesprächsstoff.
© Titelbild: Flickr-Benützer „MReece“, CC