Mittwoch, 5. Dezember 2007 09:46
Zum zehnjährigen Bistumsjubiläum hat ein gewisser Pascal Hollenstein den teuflischen Terror der Haas-Herrschaft im Erzbistum Vaduz an die Wand gemalt. Ein Kommentar.


Erzbischof Wolfgang Haas
(kreuz.net) Die wirtschaftsliberale Tageszeitung ‘Neue Zürcher Zeitung’ widmete dem Erzbischof von Vaduz,
Mons. Wolfgang Haas, am 2. Dezember einen Haßartikel.
Anlaß: Das zehnjährige Jubiläum der Erzdiözese
Vaduz.
Autor ist Pascal Hollenstein. Bereits im Dezember 2004 hatte er unter dem Titel
„Der Papst ist
ein Depp“ für Polemiken gesorgt.
Hollensteins jüngste Schmähung heißt „Leben mit Wolfgang“.
Der
„konservative Kleriker Wolfgang Haas“ habe die Kirche Liechtensteins gründlich umgebaut – erzählt Hollenstein:
Er verdränge die Laien aus dem Kirchendienst, predige vom Fegefeuer.


Haßartikel in der ‘Neuen Zürcher Zeitung’
Viele Gläubige würden den Hirten
noch immer meiden, „wo sie nur können“. Das ist offenbar nicht schwer, denn: „Die Pforte zum bischöflichen
Palais bleibt hermetisch verschlossen.“
Was Hollenstein meint: Erzbischof und Generalvikar haben ihm
ein Interview verweigert.
Jetzt ist der Journalist sauer und hat wundenleckend einen Racheartikel geschrieben.
Zu diesem Zweck rekapituliert Hollenstein die Schreckensherrschaft von Mons. Haas in seinem früheren
Bistum Chur:
„Der erzkonservative Kleriker hatte sich mit reaktionären Ansichten und rücksichtslosen
Personalentscheiden gründlich unbeliebt gemacht.“
Inhalt dieser Aussage: Der Haas war ganz ein Böser.
Dann seien alle erleichtert gewesen, als der Papst „den verhaßten Haas wegbeförderte“.
Dafür sei
in Liechtenstein der Teufel los gewesen – predigt Hollenstein den Leibhaftigen:
„Der Fürst habe getobt,
als der päpstliche Nuntius ihm die Nachricht von der Gründung des Erzbistums habe überbringen wollen,
erinnert sich einer, der zur fraglichen Stunde im Schloß war. Durchlaucht empfing den Boten nicht, der
Nuntius lieferte das Schreiben deshalb im Regierungsgebäude ab.“
Daß der durchlauchte Ärger sich nicht
auf Mons. Haas, sondern auf die skrupellose Kirchenpolitik von Papst Johannes Paul II. bezog, läßt Hollenstein
nicht durchblicken.
Bei der Einsetzung des Erzbischofs habe „das Volk“ demonstriert.
Wie das genau ging,
verrät Hollenstein nicht. Liechtenstein hat immerhin fast 35.000 Einwohner und im Bereich der Vaduzer
Pfarrkirche – die über Nacht zur Kathedrale wurde – ist es doch recht eng.
Dann wirft Hollenstein mit
Zahlen um sich: 8.492 Liechtensteiner hätten eine Petition unterzeichnet, die den Verbleib des Landes
im Bistum Chur forderte.
Daß niemand das Erzbistum wollte, der Fürst nicht, der neue Erzbischof nicht
und der Rest vom Schützenfest nicht, läßt Hollenstein ungesagt.
Dafür kommt Hollenstein auf die Grausamkeiten
zu sprechen, die sich seit zehn Jahren im Vaduzer Erzbistum ungehindert ereignen.
Erstes Beispiel: Erzbischof
Haas habe das Dekanat abgeschafft.
Das Dekanat ist nach der Internet-Enzyklopädie Wikipedia eine mögliche
„Untergliederung“ eines Bistums.
Die Erzdiözese Vaduz hat gerade mal zehn Pfarreien – kaum genug für
ein halbes Dekanat.
Auch Christel Kaufmann, eine Katechetin aus Balzers, darf im Artikel schimpfen. Die
„alte Volkskirche“ gebe es kaum mehr – jammert sie (als ob das anderswo anders wäre).
Dafür werde von
Tod und Verdammnis gepredigt, von Sünde, Fegefeuer und Hölle.
Hat Christel Angst davor? Dann soll sie
beichten gehen oder die Evangelien, die voll von diesen Themen sind, meiden.
Außerdem weiß Christel,
daß die armen Liechtensteiner Kinder nicht mehr schlafen können, weil „man“ im Religionsunterricht erzähle,
daß Lippenstift Sünde sei.
Dabei steht der Lippenstift der Christel so gut.
Anschließend kreidet
Abtreibungsbefürworter Hollenstein dem Erzbischof an, daß er sich für das Lebensrecht ungeborener Kinder
starkmacht und die Institutionalisierung der Homo-Unzucht bekämpft.
Doch der Erzbischof habe sich politisch
nicht durchsetzen können.
Auch in Glaubensfragen sei die Autorität des Erzbischofs „eher gering“, heißt
es auf einmal im Artikel.
Wenn dem so ist, dann sollte dem gesunden und tiefen Schlaf der Liechtensteiner
Kinder – mit oder ohne Lippenstift – eigentlich nichts mehr im Wege stehen.
Anschließend macht Hollenstein
noch etwas Gratiswerbung für den „Verein für eine offene Kirche“ – ein Klub altliberaler Pensionisten,
die 68er-Nostalgien des letzten Jahrhunderts nachhängen.
Zum Abschluß seines Haßartikels hofft Hollenstein
auf ein baldiges Ableben seines Haßobjektes:
„Aber auch ein Erzbischof bleibt nicht ewig im Amt. Haas
ist 59 Jahre alt.“
Hollenstein endet mit einem Witz, der viel von seiner Persönlichkeitsstruktur verrät:
Beim Mittagessen in einem „traditionsreichen“ Vaduzer Lokal habe „ein einflußreicher Landesbürger“
ein Stück Waadtländer Saucisson auf die Gabel geschoben:
„Ach, der Wolfgang!“ – sagt er und greift
zum Weinglas: „Vielleicht platzt er eines Tages ja einfach.“
Wir haben die Botschaft von Hollenstein
verstanden: Dicke Menschen sind widerlich. Schade, daß sie nicht rechtzeitig abgetrieben wurden.
Fazit:
Die international angesehene ‘Neue Zürcher Zeitung’ war auch schon seriöser.