Mittwoch, 5. Dezember 2007 14:22
Es ist ja schon ziemlich anders
Seit knapp vierzig Jahren gab es keine Alte Messe mehr in einer der Berliner Pfarrkirchen. Doch zu Beginn des Advents hatte die Zeit des Wartens ein Ende.
Weblog eines Berliner Kaplans, der am 1. Adventsonntag erstmals eine öffentliche Alte Messe zelebriert hat.
Weblog eines Berliner Kaplans, der am 1. Adventsonntag erstmals eine öffentliche Alte Messe zelebriert hat.
(kreuz.net, Berlin) Am 2. Dezember wurde in der Pfarrei „Zu den heiligen zwölf Aposteln“ in Berlin-Schlachtensee eine Alte Messe zelebriert.

Es handelte sich um die erste überlieferte Messe in einer Pfarrkirche der deutschen Hauptstadt seit 1969.

Trotz der frühen Stunde um 8.30 Uhr fanden sich über hundert Gläubige ein. Sie erlebten ein wunderschön gefeiertes Choralamt.

Es wurde von einem jungen Kaplan aus der Nachbarpfarrei zelebriert. Der Priester berichtet darüber auch auf seinem Weblog. Es war für ihn die erste öffentlich gefeierte Messe im Alten Ritus.

Der Kaplan lernte die klassische Liturgie beim altgläubigen Berliner Institut ‘St. Philip Neri’ kennen.

Dem Geistlichen zur Seite standen sechs tadellos agierende Ministranten, eine gut aufgelegte vielköpfige Schola, sowie Gläubige, die an der Messe teilhatten, als ob sie seit Jahrzehnten nichts anderes gefeiert hätten.

Eine junge Dame meinte nach der Messe: „Es ist ja schon ziemlich anders.“ Die Antwort des Kaplans auf seinem Weblog: „Ja, genau! So außerordentlich vielleicht?“

Die Gläubigen hoffen jetzt, daß die Organisatoren – junge Männer aus der Gemeinde – in der Lage sind, der Alten Messe im Südwesten Berlins eine dauerhafte Heimat zu verschaffen.

Einer der Organisatoren bezeichnete den Pfarrer in der Kirche Zwölf Apostel vor dem Weblog ‘Rorate Caeli’ als frommen Seelenhirten.

Doch der Alten Messe gegenüber sei er sehr feindlich eingestellt.

Im Vorfeld konnten die jungen Organisatoren der Messe nur an einem einzigen Sonntag nach der Pfarrmesse eine Unterschriftenliste für die Alte Liturgie auflegen.

Die Liste wurde nicht angekündigt. Trotzdem unterschrieben fast vierzig Gläubige.
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