Mittwoch, 5. Dezember 2007 12:07
Die Wiener Hochschulgemeinde besucht im Dezember einen Synagogen- Gottesdienst. Dabei gibt es offenbar Probleme mit der politischen Korrektheit.


Petersdom, Torrarolle, Hindu
(kreuz.net, Wien) Unter dem Titel „Den Glauben feiern – Besuch von Gottes-Diensten der großen Religionsgemeinschaften“
veranstaltet die ‘Katholische Hochschulgemeinde Wien’ Teilnahmen bei Kultanlässen von Hindus und Juden.
Im Gebet und im Gottesdienst würden Religionen an ihren „Ziel- und Höhepunkt“ gelangen – heißt es
in der Vorstellung des Angebotes: „Nähe mit Gott/dem Göttlichen wird gefeiert.“
Durch den Besuch von
Feiern nichtchristlicher Religionen werde „Erfahrung ihres Selbstverständnisses“ möglich und „Auseinandersetzung
mit ihrem Glauben“ angestoßen.
Im laufenden Wintersemester beschäftigt sich die Hochschulgemeinde mit
Hinduismus und Judentum: „VertreterInnen dieser Glaubensgemeinschaften werden uns darauf vorbereiten“ –
heißt es in der Ankündigung.


Webseite der Wiener ‘Katholischen Hochschulgemeinde’
Am vergangenen 5. November gab es eine Einführung zum Hinduismus und
Diwali-Fest.
Diwali ist ein Lichtfest, bei dem verschiedene hinduistische Götzen angebetet werden.
Vier Tage später verbrachte die Gruppe zwei Stunden beim Diwali-Fest im Hindu-Tempel der Hindu Mandir-Gesellschaft
in der Wiener Lammgasse.
Am 12. November reflektierte und diskutierte die Hochschulgemeinde zum Thema:
„Hat Gott die vielen Religionen gewollt?“
Eine Einführung in das Judentum und den Sabbat-Gottesdienst
ist für den 10. Dezember geplant.
Vier Tage später ist eine Teilnahme am Sabbat-Abendgottesdienst am
Freitag oder am Sabbat-Morgengottestdienst am Samstag vorgesehen.
Wahlweise können die Teilnehmer beim
Kult im jüdischen Stadttempel oder in der liberalen Gemeinde ‘Or Chaddasch’ – Neues Licht – dabeisein.
Der Grund dafür dürfte darin bestehen, daß Frauen während des Kults im Wiener Stadttempel ausgeschlossen
sind und den Anlaß nur von der Empore aus beobachten können.
Liberale Gemeinden – die im offiziellen
Judentum eine Außenseiterrolle spielen – erlauben dagegen den Eintritt von Frauen beim Gottesdienst.
Am 17. Dezember wird die Hochschulgemeinde über das Thema diskutieren: „Hat Gott den Bund mit seinem
Volk aufgekündigt?“.
Die Antwort auf diese Frage ist aufgrund der benützten Formulierung bereits vorentschieden.