Freitag, 7. Dezember 2007 09:35
Katholische Bischöfe und christdemokratische Politiker haben eines gemeinsam: Sie springen gerne auf Züge, die gerade abgefahren sind.


Manche Zugmodelle gehören der Vergangenheit an – oder ins Museum
(kreuz.net) Bereits nach drei Tagen wurden die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundes- forschungsministerin
Annette Schavan von der Wirklichkeit eingeholt.
Das erklärte Mechthild Löhr – Bundesvorsitzende der
‘Christdemokraten für das Leben’ – am 6. Dezember.
Noch am Montag hatten die beiden Politikerinnen mit
beispielloser Härte eine Stellungnahme der CDU gegen eine Verschiebung des Stichtages im deutschen Stammzellgesetz
verhindert.
Jetzt kommt das ErwachenDoch am Donnerstag hat sich alles wieder geändert. Gestern wurde
eine sensationelle Studie über „induzierte pluripotente Stammzellen“ vorgestellt.
Diese Stammzellen
sind erst seit letztem Jahr bekannt.
Schon jetzt ist klar, daß mit ihnen weitaus erfolgreicher zu arbeiten
ist als mit embryonalen Stammzellen, die seit acht Jahren als Wege zum „therapeutischen Klonen“ hochgejubelt
werden.
Induzierte pluripotente Stammzellen sind moralisch unbedenklich, weil sie aus patienteneigenen
Zellen und nicht aus getöteten Kindern gewonnen werden.
Bezeichnenderweise kam die jüngste Studie unter
der Leitung des deutschen Mikrobiologen Rudolf Jaenisch (64) zustande.
Jaenisch war früher ein engagierter
Verfechter der Nutzung embryonaler Stammzellen.
Das Fazit der ‘Christdemokraten für das Leben’„Damit
erweist sich schon jetzt, daß der Beschluß des CDU-Parteitages kurzsichtig ist und keinen Bestand haben
wird“ – so Frau Löhr.
Sie fordert darum die Mitglieder der christdemokratischen Bundestagsfraktion auf,
sich weiterhin entschieden gegen eine Ausweitung des Importes menschlicher embryonaler Stammzellen einzusetzen:
„Deutschland muß im Interesse der Patienten seinen Spitzenplatz bei der Forschung und Therapie mit adulten
Stammzellen behaupten und ausbauen.“
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