Freitag, 7. Dezember 2007 15:27
Ein großes Bedürfnis
„Mir ist während der Wandlung richtig die Gänsehaut gekommen. Ich hätte nie gedacht, daß mich eine lateinische Messe so packen könnte.“
Hw. Reto Nay zelebriert die erste Alte Messe in Brig seit vierzig Jahren
Hw. Reto Nay zelebriert die erste Alte Messe in Brig seit vierzig Jahren
(kreuz.net) Am 25. November fand in der Kollegiumskirche der Schweizer Stadt Brig die erste Alte Messe seit vierzig Jahren statt.

Die Gemeinde Brig-Glies besitzt 12.000 Einwohner und befindet sich im Kanton Wallis in der Südwestschweiz. Kirchlich gehört der Ort zum Bistum Sitten.

Die im 17. Jahrhundert erbaute große Kollegiumskirche ist Teil eines Gymnasiums, das sich früher in kirchlicher Trägerschaft befand.

Die Organisatoren wurden von dem großen Andrang der Gläubigen völlig überrascht.


Die aufgelegten Bücher und eine kurze Orientierungshilfe für Gläubige, denen der ehrwürdige lateinische Ritus unbekannt ist, waren lange vor Meßbeginn bereits aufgebraucht.

Als der Zelebrant der Messe, Hw. Reto Nay, in kostbarem rotem Meßgewand aus der Sakristei trat, war die Kirche voll.

Am Hochaltar der wunderschönen Kollegiumskirche begann er die heilige Handlung mit den Worten: „Introibo ad altare Dei“ – zum Altare Gottes will ich treten.

Die Gläubigen begleiteten die Messe mit Gebet und Choralgesang. Man merkte zwar, daß viele anwesende Jugendliche mit der Gregorianik nicht mehr vertraut waren.

Trotzdem entstand dank der Organistin und des Chorleiters eine harmonische und andächtige Stimmung.

Für manche ungewohnt war der Kommunionempfang kniend und in den Mund als Zeichen der Ehrfurcht vor Jesus Christus in Brotgestalt.

Wegen der großen Zahl an Kommunizierenden half der Stadtpfarrer von Brig, Hw. Paul Martone, freundlicherweise beim Austeilen der Heiligen Kommunion.

Bezeichnend für die Reaktion vieler Gläubigen war die Aussage eines jungen Mannes:

„Mir ist während der Wandlung richtig die Gänsehaut gekommen. Ich hätte nie gedacht, daß mich eine lateinische Messe so packen könnte.“

Auch beim Einzug des Opfers, das für eine Armenküche in Moldawien bestimmt war, zeigte sich das Wohlwollen der Gläubigen.

Es wurden über 2.000 Franken – etwa 1.200 Euro – gesammelt.

Ob es in Zukunft im Oberwallis weitere tridentinische Messen gibt, bleibt abzuwarten.

Die große Teilnahme an der Messe in der Kollegiumskirche läßt aber zweifelsohne auf ein großes Bedürfnis nach der Alten Messe schließen.
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