Freitag, 7. Dezember 2007 14:15
Eine scheinheilig-heuchlerische Frau
Wenn es keinen Gott gibt, dann gilt das Recht des Stärkeren. Wehe den Menschen, die im Zeitalter der Gottesfinsternis leben müssen. Ein Kommentar von Lisa Abelin.
Die Selige Mutter Teresa von Kalkutta
Die Selige Mutter Teresa von Kalkutta
(kreuz.net) Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahr 1987 erklärte Mutter Teresa von Kalkutta († 1997): „Der größte Zerstörer des Friedens ist die Abtreibung“.

Deswegen wird sie von den gnadenlosen Apologeten der vorgeburtlichen Kindertötung bis heute bekämpft.

So hat das deutsche ‘pro familia Magazin’ in mehreren Folgen Haß und Häme über Mutter Teresa ausgegossen. Die Publikation wird von der deutschen Sektion des internationalen Abtreibungs-Netzwerks ‘Planned Parenthood’ herausgegeben.

Auch der Vertreter des atheistischen Fundamentalismus, Richard Dawkins, hämmert in seinem Buch „Der Gotteswahn“, auf Mutter Teresa ein.

Dawkins im Originalton: Kann man so eine „scheinheilig-heuchlerische Frau“ mit „solch blauäugiger Wahrnehmung noch in irgendeiner Frage ernstnehmen, ganz zu schweigen davon, daß man sie ernsthaft des Nobelpreises für würdig hält?“


Doch gleichzeitig singt Extremist Dawkins das Lied der Kindertötungsindustrie, das an Verlogenheit nicht zu überbieten ist.

Dawkins hält alle kindertötenden Abtreiber für aufrichtig und idealistisch. Sie böten verzweifelten Müttern, an deren Notlage sonst gefährliche Hinterhof-Quacksalber ihr – angeblich dreckigeres – Geschäft machen würden, eine qualifizierte Dienstleistung an.

Der Evolutionsideologe Richard Dawkins
Der Evolutionsideologe Richard Dawkins
Der Tatsache, daß qualifizierte oder unqualifizierte Kinderabtreiber sowie die abtreibungswilligen Mütter Menschenleben töten, weicht Dawkins mit einem Trick aus.

Denn er stellt den Menschen in seiner embryonalen Lebensphase kurzerhand als „mikroskopisch kleinen Zellhaufen“ hin, der angeblich kein Mensch ist.

Dawkins glaubt nicht an Gott. Dafür ist er sein eigener Gott. Auf Kosten anderer, legt er selber fest, was gut und böse sei. Er hält sich für berechtigt, selber über Leben und Tod seiner Mitmenschen zu entscheiden.

Einziges Kriterium für diesen Unmoralisten ist ein vermeintlicher Nutzen oder eine vermeintliche „Leidverminderung“.

Für ungeborene Menschen wird Dawkins zum Todesrichter. Menschliche Embryonen können seiner Meinung nach kein Leiden empfinden und haben – so sein Kurzschluß – kein Recht auf Leben:

„Ein Embryo im Frühstadium ähnelt in Empfindungsvermögen und Aussehen einer Kaulquappe“.

Darum kann man ihn nach Dawkins genauso abfischen wie den entwickelten Froschlaich.

Auf der anderen Seite spielt sich Dawkins – wie viele selbstgefällige Schein-Ethiker – als edler Kämpfer für die Rechte ausgewachsener Großtiere auf:

„Es spricht alles dafür, daß sämtliche Embryonen, ob menschlich oder nicht, weit weniger leiden als ausgewachsene Kühe oder Schafe im Schlachthof, insbesondere, wenn es sich um eine rituelles Schlachthaus handelt, wo die Tiere aus religiösen Gründen bei vollem Bewußtsein sein müssen, wenn man ihnen zeremoniell die Kehle durchschneidet.“

© Bild Mutter Teresa: Evert Odekerken, CC
© Bild Dawkins: Matthias Asgeirsson, CC
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