Freitag, 7. Dezember 2007 11:58
„Es ist nicht unsere Politik, so viele Anglikaner nach Rom zu bringen, und ich bin nicht davon überzeugt, daß sie so zahlreich sind, wie sie angeben.“


Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper
(kreuz.net, Vatikan) Walter Kardinal Kasper will nicht, daß eine große Gruppe konservativer Anglikanern
zur Katholischen Kirche konvertiert. Gegenüber der britischen Wochenzeitung ‘The Catholic Herald’ erklärte
er am Montag: „Es ist nicht unsere Politik, so viele Anglikaner nach Rom zu bringen.“
Die Aussagen des
Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates beziehen sich auf die „Traditionelle Anglikanische Gemeinschaft“.
Die Gruppierung vertritt nach eigenen Angaben 400.000 Mitglieder.
Im November schrieben sechzig Bischöfe
der Gemeinschaft einen Brief nach Rom, in dem sie um eine „volle kirchliche und sakramentale Gemeinschaft“
mit Rom bitten.
Laut dem ‘Catholic Herald’ sollen die sechzig anglikanischen Bischöfe nach eigenen Angaben
den Katechismus der Katholischen Kirche auf einem Altar unterschrieben haben.
Der Brief der Anglikaner
war nicht an den Päpstlichen Einheitsrat, sondern an die Glaubenskongregation gerichtet. Seit dem Bekanntwerden
des Schreibens sollen sich der traditionellen Gemeinschaft etwa sechzig weitere anglikanische Pfarreien
angeschlossen haben.
Ende November gab der emeritierte anglikanische Bischof der Diözese Südwestflorida,
John B. Lipscomb, seinen Übertritt zur Katholischen Kirche bekannt.
Er ist damit der vierte anglikanische
Bischof, der in diesem Jahr konvertiert.
Die Freude hält sich in GrenzenDer ‘Catholic Herald’ vermutet,
daß sich Papst Benedikt XVI. über die Konversion so vieler Anglikaner freuen würde. Anders beurteilt
Walter Kardinal Kasper jedoch die Angelegenheit:
„Wir unterhalten gute Beziehungen mit dem Erzbischof
von Canterbury. So weit es in unserer Macht steht, helfen wir ihm, die Anglikanische Gemeinschaft zusammenzuhalten.“
Natürlich freue er sich „als Katholik“ – beteuerte der Kardinal –, wenn eine Person „unserer Katholischen
Kirche“ beitrete.
Gleichzeitig brachte er seine Zweifel zum Ausdruck, ob diese Gruppe pontentieller Konvertiten
tatsächlich so groß sei.
Der Kardinal glaubt auch, daß vor einem solchen Schritt, „noch viele Fragen
zu lösen sind“.
© Titelbild: Flickr-Benützer „florestan“, CC