Sonntag, 9. Dezember 2007 11:21
Der fehlende Widerstand der Kirche gegen antiklerikale Dreckwerfer führt dazu, daß die Glaubwürdigkeit des katholischen Apostolats ernsthaft erschüttert wird. Von Leo G. Schüchter.


Pius XII. auf der sedia gestatoria anlässlich seiner Thronbesteigung.
(kreuz.net) In der Zeit der nationalsozialistischen Wirren war Papst Pius XII. († 1958) „maßgeblich für
die Rettung von mindestens 700.000 Juden verantwortlich, vermutlich sogar 860.000 Juden, die so dem sicheren
Tod durch die Hand der Nationalsozialisten entkamen“.
Das schrieb der österreichisch-jüdische Diplomat
und Theologe Pinchas Lapide († 1997) im Jahr 1967 in seinem Buch ‘Rom und die Juden’.
Zahllose andere
jüdische Repräsentanten
dankten dem Papst und der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg für die unschätzbare
Hilfe in großer Not. Doch das änderte sich zum Ende der 60er Jahre.
Damals begannen liberale jüdische
US-Kreise – auch als Ablenkungsmanöver angesichts einer immer härter werdenden Repression Israels gegen
die Palästinenser – den Holocaustkult und die Einzigartigkeit des jüdischen Leidensopfers aufzubauen,
um alle anderen Völker und Organisationen als Täter oder Zuschauer des Holocaust anzuklagen.
In diesem
Deutungskonzept der Weltgeschichte hatten die heldenhaften Bemühungen von Papst und Kirche um die Juden
im Zweiten Weltkrieg keinen Platz mehr.
Papst Pius XII. im BlutbadIm Gegenteil. Im Sinne einer perversen
Holocaust-Logik wurde der Kirche die Rolle der ideologischen Wegbereiterin und Mittäterin bei der Durchführung
der nationalsozialistischen Judenvernichtung angedichtet.
Seit dreißig Jahren lancieren jüdische Geld-
und Medienmächte und andere Kreise in diesem Sinne zahllose antikirchliche Schriften.
Höhepunkt dieses
kirchenfeindlichen Sturms war vielleicht die skandalöse Aussage des Jerusalemer Oberrabbiners Meir Israel
Lau im Jahr 1999:
„Die Katholische Kirche und insbesondere Papst Pius XII. stehen in einem Meer von Blut
unschuldiger Menschen. Es wäre sehr wichtig, wenn der Vatikan klar sagen würde, daß jemand, der nicht
genug getan hat, um Leben zu retten, an diesem schrecklichen Blutbad teilgenommen hat.“
Insofern Papst
Pius XII. ‘nur’ 800.000 Juden vor dem sicheren Tod rettete, ist er im Sinne des Oberrabbiners ein Teilnehmer
und Mittäter an dem schrecklichen Blutbad der Nationalsozialisten.
Die veröffentlichte Meinung in
Deutschland zeigte damals keine Beschwerden beim Schlucken dieser perfiden Holocaust-Logik. Denn die Deutschen
waren damals durch den grassierenden kirchlichen Liberalismus schon ausreichend antikirchlich geimpft.
Im Gleichschritt mit der US-Holocaustindustrie hatte das linksliberale Bürgertum in Deutschland ebenfalls
mit der Strategie begonnen, der Kirche einen bedeutenden Schuldanteil an der Katastrophe von Nationalsozialismus
und Antisemitismus unterzujubeln.
Das vom sowjetischen KGB inspirierte antikirchliche Schmierstück „Der
Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth gab das Wertungsschema für eine ganze Generation ab:
Die Kirche habe
mit ihrer ideologischen Vorbereitung, aber auch durch Kollaboration und fehlenden Widerstand die Durchführung
von Auschwitz möglich – und damit wirklich gemacht.
Schuldverdrängung des BürgertumsInzwischen sind
die Schulbücher entsprechend umgeschrieben und auch die Deutsche Bischofskonferenz beugt sich dieser
Sprachregelung.
Pikant an dieser Propaganda ist die dahintersteckende Schuldverdrängung des Bürgertums.
Die herrschende bürgerliche Klasse leugnet systematisch ihren eigenen Anteil an der Entstehung, Förderung
und Durchsetzung des Antisemitismus:
Ein Muster dafür ist der Schriftsteller Walter Jens (84), der regelmäßig
über die angebliche Schuld der Kirche an nationalsozialistischen Verbrechen phantasiert – zuletzt in
einer Rezension zu dem Haßbuch „Hitlers Papst“.
Doch darauf angesprochen, warum er seine eigene Verstrickung
in den Nationalsozialismus jahrzehntelang verschwiegen habe, meinte der hinterhältige Kulturkämpfer,
daß der heutige Kampf gegen NS-nahes Gedankengut „wichtig sei“.