Montag, 10. Dezember 2007 14:36
Zurück zum Kerngeschäft
Für die Medienunternehmer ist der Erzbischof von Vaduz seit Jahrzehnten ein Dämonisierungsobjekt. Um sein Ansehen hat sich der Erzbischof deswegen nie Sorgen gemacht. Konsequenzen hat er dennoch gezogen.
Erzbischof Wolfgang Haas
Erzbischof Wolfgang Haas
(kreuz.net, Vaduz) Am 2. Dezember feierte das Erzbistum Vaduz sein zehnjähriges Bestehen.

Zu dem Anlaß gab der Erzbischof von Vaduz, Mons. Wolfgang Haas, den zwei Zeitungen seines Landes schriftlich geführte Interviews.

Alle weiteren Anfragen lehnte Mons. Haas ab.

Auch die beiden Zeitungsinterviews hat der Erzbischof mit einem „gewissen Widerstreben“ gegeben. Das erklärte er in einer Absage an ‘Radio Liechtenstein’:

„In meinem bald zwanzigjährigen Dienst als Bischof habe ich vielfach festgestellt, daß medienmäßige Auftritte nicht jene Wirkung zeitigen, die ich mir im Dienst der Sache und zum Wohl der Gläubigen wünschen würde.“

Dem Erzbischof ist seit langem klar, daß sich die Kirche auch in Liechtenstein mit ihrer Kernaufgabe beschäftigen muß. Darunter versteht Mons. Haas:

· die Weitergabe des unverkürzten Glaubens in der Verkündigung vor Ort,
· gut vorbereitete und korrekt durchgeführte Sakramentenspendung,
· einfühlsame und geduldige Einzelseelsorge,
· die Ermöglichung persönlicher Begegnungen und gelebter sowie erlebbarer Glaubensgemeinschaft.

Durch Massenkommunikationsmittel sei das nicht zu erreichen – stellt der Erzbischof nüchtern fest.

Mehr Rechte und Möglichkeiten als jedes Gericht
Erzbischof Haas nennt vor ‘Radio Liechtenstein’ noch einen zweiten Grund für seine Zurückhaltung in den Medien.

Er möchte nicht den Eindruck erwecken, als seien weltliche Publikationsorgane „eine Art Tribunal, vor das man jederzeit gezogen werden kann und unter dessen Urteil man sich stellen muß“.

Mons. Haas hat schon entsprechende Erfahrungen in diese Richtung gemacht.
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