Montag, 7. Februar 2005 19:13
Das französische Lebensschutz-Komitee „Dreißig Jahre sind genug!“ hat Berichte von Müttern gesammelt, die sich in der französischen Presse zu einer an ihnen durchgeführten Abtreibung geäußert haben. „Die Kinderabtreibung ist eine Wunde, die nie heilt.“

– „Ich habe zweimal abgetrieben, und wünsche es keiner Frau, so etwas zu erleben. Das ist zu schmerzhaft.“
Nathalie, 35 Jahre – Komikerin. Quelle: Elle.
– „Ich nehme regelmäßig die Pille, aber ab und zu vergesse
ich sie. Ich habe dreimal abgetrieben und habe schmerzhafte psychologische Wunden davongetragen.“ Mathilde,
40 Jahre – Pianistin. Quelle: Elle.
– „Als ich das Spital verließ, war ich wacklig. Ich brauchte Zeit,
um zu verstehen, was geschehen war. Ich habe die Starke gespielt. Doch dann brach ich in Tränen aus und
weinte: ‘Mein Baby ist im Abfalleimer’.“ Leïla. Quelle: L’Humanité.
– „Es war für mich leichter, mich
daran zu gewöhnen, schwanger zu sein als daran, es nach der Abtreibung nicht mehr zu sein. Nach der Abtreibung
meines Kindes hatte ich den Eindruck, meine Entscheidung unter dem Einfluß von Panik getroffen zu haben.“
Natascha. Quelle: L’Humanité.
– „In Sachen Kinderabtreibung ist man vom Schrecken der Verschwiegenheit
und der Schuld zu etwas medizinisch Verbrämtem, aber ganz und gar Schrecklichem, übergegangen. Für
mich stirbt in der Abtreibung ein Leben, ein Kind, ein Mensch. Es tut euch wohl im Herzen weh, eine Blumenknospe
zu zerdrücken. Die Kinderabtreibung tötet ein Leben. Wenn man Kinder hat, ist man sich dessen bewußt.“
Odette, 50 Jahre – 2 Kinder – 4 Abtreibungen. Quelle: Biba.
– „Ich habe den Eindruck, daß ich mich durch
die Abtreibung selber getötet habe. Ich habe mich selbst umgebracht. Ich wollte mein Kind. Daß ich es
nicht ausgetragen habe, bedeutet, daß ich nicht Mensch gewesen bin. Ich habe den Eindruck, daß ich statt
dessen in den Händen der Gesellschaft gefangen war.“ Lorette Thibout. Quelle: Die Abtreibung, 20 Jahre
danach – Albin Michel.
– „Ich habe 1996 abgetrieben, weil mein Partner nicht bereit war, mein Kind anzunehmen.
Seither ist kein Tag vergangen, ohne daß ich darüber Reue, Gewissensbisse, Scham und Gram empfunden
hätte. Wenn ich zurückgehen könnte, würde ich diesen Mann ins Pfefferland schicken. Ich würde mein
Kind behalten, um es so zu lieben wie ich jetzt den kleinen Buben liebe, den ich kürzlich geboren habe
und über den ich wahnsinnig glücklich bin. Aber es ist zu spät, leider. Wenn ich lese, daß Frauen,
ohne mit der Wimper zu zücken, drei oder viermal abgetrieben haben, dann bereue ich, ehrlich gesagt,
daß sie überhaupt Kinder haben.“ Edwige. Quelle: Elle.
– „Meine Abtreibung fand unter Vollnarkose statt.
Sie hat zehn Minuten gedauert, aber ich bin den ganzen Tag im Spital geblieben und habe geweint: Ich hatte
meine kleine Tochter für immer verloren. Es ist seltsam, wie ich mich plötzlich auf dieses wenige Wochen
alte getötete Embryo fixieren konnte. Es war eine Tochter. Ich bin mir sicher. Ich hätte sie Marine
genannt. Ich sah, wie sie mit ihrem größeren Bruder spielte und lustig lachte. Mit der Abtreibung ist
ihr Leben beendet worden. Ich habe versucht, meinen Wunsch nach dem abgetriebenen Kind zu verstehen, wo
es doch keinen Vater hatte. Dieser Wunsch paßte eigentlich gar nicht zu mir. Ich habe immer von einer
geeinten Familie geträumt. Aber dann kam es anders. Sechs Monate nach der Abtreibung fühle ich immer
noch den Schmerz. Die Kinderabtreibung ist eine Wunde, die nie heilt.“ Marianne, 35 Jahre. Quelle : Femme
Actuelle.
– „Ich habe gerade ihren Artikel über das französische Abtreibungsgesetz gelesen. Ich habe
selber vor etwas mehr als einem Jahr abgetrieben. Ich war 24 jährig. Für mich ist das eine äußerst
schmerzliche, anhaltende, drückende und belastende Erinnerung: War ich im Unrecht? Gab es wirklich keine
anderen Lösungen? Die Antwort ist für mich noch ungewiß, aber es scheint mir verkürzend, nur Artikel
zu veröffentlichen, welche die Gewissensbisse, die Verwirrung, die Fragen und den zerreißenden Schmerz
betonen, welche die Mutter nach einer Abtreibung belasten. Ich fühle diesen Schmerz immer noch, und ich
glaube, daß man auf ihn hören muß.“ Raphaëlle. Quelle : Elle.