Freitag, 14. Dezember 2007 09:32
Er war ein bekehrter Jude. Als katholischer Priester blieb er der antisemitischen Alten Messe unter schweren Opfern und Entsagungen bis zu seinem Tode treu.


Hw. Harry Marchosky
(kreuz.net) Am 11. Dezember starb in den Vereinigten Staaten Hw. Harry Marchosky (84) nach langer Krankheit.
Das berichtete die Webseite der mit Rom im Streit liegenden Priesterbruderschaft St. Pius X.
Der verstorbene
Geistliche stand im 55. Jahr seines Priestertums. Er war eine herausragende Persönlichkeit.
Noch eine
Stunde vor seinem Ableben betete er den Rosenkranz und rief die Gottesmutter um ihren Beistand an. Seine
letzten Worte waren: „Ich liebe Unsere liebe Frau so sehr. Ich will nach Hause gehen.“
Das Requiem für
den verstorbenen Priester wird am 15. Dezember in der St. Thomas Becket-Kirche in der Kleinstadt Veneta
im nordöstlichen US-Bundesstaat Oregon zelebriert.
Hw. Marchosky wurde am 8. Dezember 1923 in Panama
geboren. Er war ein Konvertit aus dem Judentum.
Im Jahr 1952 wurde er in Kanada für die Erzdiözese
Québec zum Priester geweiht.
Die Zelebration des Novus Ordo lehnte er kategorisch ab. Der Messe seiner
Weihe blieb er zeitlebens treu. Dennoch belegte ihn seine Heimatdiözese Québec nie mit kirchenrechtlichen
Sanktionen.
In den 70er Jahren war der Verstorbene eng mit der altgläubigen Una-Voce-Bewegung und der
zweimonatlich erscheinenden US-Zeitung ‘ The Remnant’ verbunden. Diese Publikation ist unabhängig, steht
aber der Piusbruderschaft nahe.
Der verstorbene Geistliche war ein großer Kenner der Philosophie des
Heiligen Thomas von Aquin. Aus seiner Summa Theologiae kannte er große Teile auswendig.
In den 60er
und 70er Jahren gehörte Hw. Marchosky zu den Gründern des bekannten ‘Thomas Aquinas College’ im US-Bundesstaat
Kalifornien.
Es handelt sich um ein US-Obergymnasium – ein sogenanntes Liberal Arts College – mit Schwerpunkterziehung
in scholastischer Philosophie und Theologie. Der gegenwärtige Generalobere der Priesterbruderschaft St.
Petrus, Pater John Berg, ist ein Absolvent dieser Schule.
Als der damalige Erzbischof von Los Angeles,
Timothy Kardinal Manning († 1989), das ‘Thomas Aquinas College’ im Jahr 1976 zwang, die Neue Messe einzuführen,
trat Hw. Marchosky aus dem Lehrkörper aus.
Hw. Marchosky war auch ein enger priesterlicher Freund bekannter
Laienvertreter des „loyalen Widerstandes“ – wie der Verstorbene zu sagen pflegte.
Unter diesen befanden
sich die zwei ehemaligen Präsidenten der ‘Internationalen Föderation Una Voce’, Eric de Savanthem und
Michael Davis, sowie der Konvertit und Literaturprofessor
John Senior und der Gründer der Zeitung ‘The
Remnant’, Walter Matt.
Große Verehrung brachte Hw. Marchosky dem Gründer der Piusbruderschaft, Erzbischof
Marcel Lefebvre, entgegen, den er Anfang der 70er Jahre kennenlernte.
Mehrere hundert Konvertiten verdankten
dem verstorbenen Geistlichen ihre Bekehrung.
In den letzten zehn Jahren seines Lebens half Hw. Marchosky
der Priesterbruderschaft St. Pius X. in der Pastoral.
Requiescat in pace.