Freitag, 14. Dezember 2007 18:34
Wie aus Feinden Freunde wurden
Worte eines Kardinals: „Nach dem Tode Christi wurde Israel aus dem Dienst der Offenbarung entlassen. Sie hatten die Stunde der Heimsuchung nicht erkannt.“ Von Sedisvakantisten-Pater Rolf Hermann Lingen.
Der Erzbischof von München, Michael Kardinal Faulhaber
Der Erzbischof von München, Michael Kardinal Faulhaber
(kreuz.net) Am ersten Advent 1933 hielt Michael Kardinal Faulhaber von München und Freising († 1952) die erste seiner fünf berühmten Predigten zum Thema „Judentum – Christentum – Germanentum“.

Darin erinnert der ehemalige Universitätslehrer für Altes Testament, angesichts der grassierenden antijüdischen Haltung im Deutschen Volk, sowohl an die Bedeutung als auch an das Ende des Alten Bundes.

Der Kardinal wörtlich: „Nach dem Tode Christi wurde Israel aus dem Dienst der Offenbarung entlassen. Sie hatten die Stunde der Heimsuchung nicht erkannt. Sie hatten den Gesalbten des Herrn verleugnet und verworfen, zur Stadt hinausgeführt und ans Kreuz geschlagen. Damals zerriß der Vorhang im Tempel auf Sion und damit der Bund zwischen dem Herrn und seinem Volk.“

Pater Rolf Hermann Lingen
Pater Rolf Hermann Lingen
Diese Adventspredigt ist ein passender Anknüpfungspunkt, um über das Verhältnis von Kirche und Nationalsozialismus nachzudenken.

Seit Jahrzehnten gibt es Kreise, welche die Katholische Kirche als schuldig – sogar als hauptschuldig an der Judenverfolgung unter Adolf Hitler († 1945) – hinstellen möchten.

Die Absurdität dieser Verleumdungen erledigt sich bei der Lektüre der Faulhaber-Predigten.

Dennoch: Viele Menschen berauschen sich immer noch an den Lügen der Feinde Christi.

Der Beginn der großangelegten antikirchlichen Verleumdungskampagnen läßt sich ziemlich genau auf die Zeit nach dem Tod von Papst Pius XII. († 1958) datieren.

1961 verfaßte ein junger Jurist namens Ernst-Wolfgang Böckenförde dazu einen Artikel. Dieser wird als radikaler Wendepunkt in der Geschichtsschreibung über Kirche und Nationalsozialismus gefeiert.

1963 behauptete der Protestant und sozialdemokratische Politikwissenschaftler Kurt Sontheimer († 2005), daß die Auseinandersetzung über die Katholische Kirche im Dritten Reich erst seit dem Böckenförde-Artikel „in das Stadium ernster wissenschaftlicher Bemühungen“ getreten sei.

Plötzlich wurde die Binsenwahrheit, daß Kirche und Nationalsozialismus einander in Feindschaft gegenüberstanden, durch die Unterstellung ersetzt, daß die Kirche an den national-sozialistischen Verbrechen wenigstens mitschuldig gewesen sei.

Man muß Böckenfördes Situation berücksichtigen, um seine antikirchliche Schrift einzuordnen. Böckenförde ist Jurist – das heißt: Er gehört zu jener Einrichtung, mit der die National-Sozialisten in erster Linie ihre Terrorherrschaft durchsetzten.

Die Justiz huldigte einem teuflischen Rechtspositivismus.

Als Rechtspositivismus bezeichnet man eine Lehre, welche die Geltung von Normen allein auf deren faktische Setzung zurückführt. Den Gegensatz dazu bildet die Lehre vom Naturrecht, die das Recht dem Maßstab Gottes und der Vernunft unterordnet.

Das Credo der Rechtspositivisten lautet: Alle Gewalt geht nicht von Gott, sondern nur vom Menschen aus.

Dementsprechend verhängten der Präsident des national-sozialistischen Volksgerichtshofs Roland Freisler († 1945) und seine Justizgenossen Kerker- und Todesstrafen gegen rechtschaffene Geistliche.

Nach der Kapitulation blieben diese Justizverbrecher fast alle ungestraft. Nicht selten wurden sie sogar noch für ihre abscheulichen Verbrechen befördert.

Somit lebte das Dritte Reich auch nach der Kapitulation fort – namentlich in rechtspositivistischen Richtern.

Da liegt es – wie im Fall von Böckenförde – nahe, von den eigenen auf angebliche Verbrechen der Kirche abzulenken.

Daß der Nachwuchs der Rechtspositivisten selber auch Rechtspositivisten sein mußten, um überhaupt aufsteigen zu können, leuchtet ein.

Der Rechtspositivismus konnte also weiterwuchern. Doch während die National-Sozialisten noch versuchten, den Mord an Unschuldigen so gut es ging zu vertuschen, wird er heute von der Justiz offen vollzogen.

Die deutschen Abtreibungszahlen übersteigen die gesamten jüdischen Opferzahlen im riesigen Herrschaftsbereich des National-Sozialismus um ein Vielfaches.

Einer der glühendsten Kämpfer für den rückhaltlosen Massenmord im Mutterleib ist – soll man sich wundern – Ernst-Wolfgang Böckenförde.

Als Verfassungsrichter erklärte er zu der – auch von ihm durchgesetzten – Legalisierung des Kindermords, daß nicht die göttlichen Gebote, sondern staatliche Wünsche ausschlaggebend seien.

Böckenförde betonte dabei zugleich und mit Nachdruck, daß er angeblich Katholik sei.

Wenn ein selbsternannter Katholik wie Böckenförde die Kirche verleumdet und ihr eine angebliche Mitschuld an den national-sozialistischen Verbrechen unterstellt, dann verwundert es nicht, wenn tonangebende Juden diesbezüglich kaum Zurückhaltung zeigen.

Exemplarisch sei der Jude Daniel Goldhagen genannt. Schon seit Jahren wird er von den Medien immer wieder dafür gefeiert, daß er den Antisemitismus im wesentlichen als Schuld der Katholischen Kirche hinstellt.

Wer dem Vorwurf des Antisemitismus entgehen will, muß sich folglich gegen die Katholische Kirche aussprechen. Katholiken müssen ihren katholischen Glauben widerrufen.

Fragen wir uns, ob wir jeden ungerechten Vorwurf gegen die Kirche hinnehmen oder gar unterstützen müssen.
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