Dienstag, 8. Februar 2005 08:58
kreuzmeldungen
Kardinal appelliert an das Gewissen des Papstes + Die gute, alte Priesterausbildung + Schlüpfiges aus Griechenland + Bischöfe wollen Homo-Paare nicht mehr „diskriminieren“ + St. Pölten: Der ehemalige Subregens dementiert
Kardinal appelliert an das Gewissen des Papstes

Vatikan. „Überlassen wir das dem Gewissen des Papstes.“ Der Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano äußerte sich am Montag zu Rücktrittsspekulationen des Heiligen Vaters. „Wenn es einen Mann gibt, der die Kirche mehr als jeder andere liebt, und wenn es einen Mann von großer Weisheit gibt, ist das er. Wir müssen großes Vertrauen in den Papst haben.“ Der Heilige Vater befindet sich seit einer Woche wegen einer Erkrankung der Atemwege im Spital. Sicherheitshalber werde er noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, meinte der Vatikan-Sprechen Joaquin Navarro-Valls. Papst Johannes Paul II. sei fieberfrei, esse regelmäßig und sitze bereits mehrere Stunden aufrecht in einem Stuhl.

Die gute, alte Priesterausbildung

Vatikan. Gestern äußerte sich der Präfekt der Päpstlichen Bildungskongregation, Zenon Kardinal Grocholewski (65), über die Priesterausbildung. Dies berichtete Radio Vatikan. „Ich glaube nicht, daß wir da etwas ändern müssen – eher sollten die Richtlinien, die es in der Kirche schon gibt, beachtet werden, denn sie sind die Frucht einer jahrhundertelangen Erfahrung“, meinte Kardinal Grocholewski. Er glaube, daß die entscheidende Rolle des Priesterseminars immer deutlicher erkannt werde. „Alle verschiedenen Erfahrungen, die man bei der Ausbildung des Klerus während des Konzils und danach gemacht hat, sind gescheitert. Bevor man etwas gibt, muß man etwas haben. Darum ist eine Zeit der Stille und des vertieften geistlichen Lebens notwendig – dann kann man in die Welt gehen und andere mit diesen Werten bereichern.“

Schlüpfiges aus Griechenland

Griechenland. Die Athener Boulevardzeitung „Avriani“ veröffentlichte gestern ein Foto, welches einen griechisch-orthodoxen Bischof in einer höchst kompromittierenden Position darstellt. Die Gesichter der Beteiligten sind unkenntlich gemacht. Laut Angaben der Zeitung soll einer der Beteiligten ein Bischof aus Südgriechenland sein. Die Synode der Bischöfe Griechenlands ordnete eine Untersuchung an. Die Kirchenväter ermitteln gegen einen Bischof der Region Messinien auf der Halbinsel Pelopponnes, südlich von Athen und gegen den Bischof von Kefallinia. Kefallinia ist eine Insel im Ionischen Meer. Seit einiger Zeit kursieren im Land heftige Vorwürfe gegen einzelne orthodoxe Prälaten. Die Vorwürfe lauten auf Antiquitätenschmuggel, Veruntreuung von Kirchengeldern und Bestechung.

Bischöfe wollen Homo-Paare nicht mehr „diskriminieren“

Großbritannien. Die katholische Bischofskonferenz von England und Wales erließ neue Bestimmungen. Ab sofort sollen „homosexuelle Paare“ nicht mehr „diskriminiert“ werden und eine kirchliche Anstellung erhalten. Dadurch wolle man eine „gerechtere Gesellschaft aufrichten“. Dies berichtete die Nachrichtenagentur CWNews unter Bezugnahme auf britische Quellen. „Katholische Organisationen müssen sicherstellen, daß kein Arbeitssuchender oder Angestellter aufgrund von Rasse, Geschlecht, Invalidität, Religion oder Glauben, sexueller Orientierung oder Alter schlechter behandelt werde.“ Ein Freund der Alten Liturgie in London äußerte sich über die neuen Bestimmungen erfreut. Sie könnten dazu beitragen, den jahrelangen massiven Benachteiligungen von Liebhabern der lateinischen Messe im tridentinischen Ritus ein Ende zu setzen.

St. Pölten: Der ehemalige Subregens dementiert

Österreich. Der ehemalige Subregens von St. Pölten, Dr. Wolfgang Rothe, veröffentlichte in der Februarausgabe des radikal-progressistischen ökumenischen Magazins „Kirche In“ eine Gegendarstellung zu einem dort im Januar publizierten Artikel. „Kirche In“ erscheint in der Nähe von Wien. Rothe weist Behaupten zurück, nach denen er aller seiner Ämter verlustig geworden sei und nach einer durchzechten Nacht einen Selbstmordversuch unternommen habe: „Herr Dr. Wolfgang F. Rothe wurde nicht aller seiner Ämter enthoben, sondern nur jener, die in der Begleitung der täglichen Arbeit des Bischofs und im Bereich der kirchlichen Rechtspraxis angesiedelt sind. Sein Sturz vom Balkon war kein Selbstmordversuch, sondern laut ärztlicher Diagnose eine akute Belastungsreaktion, der weder eine bewußte Absicht noch eine willentliche Steuerung zugrunde lag. Schließlich wurde ihm auch kein einjähriger Bußaufenthalt in einem deutschen Kloster verordnet, sondern eine von jeder Schuldzuweisung unabhängige geistliche Zeit, die vor allem der nötigen körperlichen und seelischen Erholung des Betroffenen dienen soll.“
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