Samstag, 15. Dezember 2007 13:53
Eine schallende Ohrfeige für den Diözesanarchivar
Die goldenen Zeiten sind vorbei, als die Printmedien mit Hilfe nützlicher Idioten Katholiken rücksichtslos und nach Belieben fertigmachen konnten. Ein Kommentar.
Erzbischof Wolfgang Haas
Erzbischof Wolfgang Haas
(kreuz.net) Kürzlich bezeichneten der Lokaljournalist Markus Rohner und der Archivar der Diözese Chur, Hw. Albert Fischer, Erzbischof Wolfgang Haas von Vaduz als „Dieb“. Jetzt sind beide als Lügner entlarvt.

Der Paukenschlag kam in Form einer ungezeichneten Medienmeldung, die gestern vom Bischöflichen Ordinariat von Chur auf der Webseite der Diözese veröffentlicht wurde.

Sie ist für Rohner und Hw. Fischer hochnotpeinlich. Die zwei hatten behauptet, daß Mons. Haas nach seiner Absetzung als Churer Bischof „wertvolle Akten“ aus dem Diözesanarchiv „gestohlen“ und nach Vaduz gebracht habe.

Doch ihre Behauptungen zerschellten an der gestrigen Medienmeldung:

„Das Ordinariat Chur mißbilligt eine solche Darstellung und distanziert sich voll und ganz davon. Diese Darstellung entspricht nicht der Wahrheit und ist ehrverletzend.“

Die Übertragung der Akten sei vom damaligen Apostolischen Nuntius in der Schweiz mit Dekret vom 21. Dezember 1997 verfügt worden:

„Folglich ist es nicht richtig gewesen, daß der jetzige Churer Diözesanarchivar, der 1997 noch nicht im Amt war, sich in dem Sinne geäußert hat, daß die Aktenübertragung rechtswidrig geschehen sei.“

Es sei auch nicht korrekt, hier von Eigenmächtigkeit zu sprechen.

Nach Angaben der diözesanen Webseite ist Hw. Albert Fischer zwischenzeitlich in Sack und Asche gegangen:

Er bedauere, daß aufgrund seiner Aussagen der Eindruck in der Öffentlichkeit entstanden ist, daß beim erwähnten Aktentransfer etwas nicht im Einklang mit dem Kirchenrecht geschehen sei:

„Leider hatte er keine Kenntnis vom Dekret des Apostolischen Nuntius vom 21. Dezember 1997, und er entschuldigt sich in aller Form gegenüber dem Erzbischof von Vaduz, Msgr. Wolfgang Haas“ – so die Medienmitteilung der Diözese.

Somit reduziert sich der angebliche Skandal auf einen – so die Bistums-Homepage – „nachvollziehbaren“ Formfehler: Es liege weder eine Ausgangsbestätigung seitens der Kanzlei von Chur noch eine Eingangsbestätigung der Kurie von Vaduz vor. Das ist alles.

Wie sich die Zeiten doch geändert haben.

In den fast zehn Jahren, in denen Mons. Haas zuerst Weihbischof und dann Diözesanbischof von Chur war, erfand die allmächtige Anti-Haas-Pressefront fast im Wochenrhythmus Lügen dieser Art.

Fast alle blieben unwidersprochen. Die Printmedien entschieden selbstherrlich, was veröffentlicht werden durfte und was nicht.

Unter dem Druck der Pressegewaltigen kapitulierte schließlich auch der Papst.

Wie sich die Zeiten doch geändert haben.
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