Montag, 17. Dezember 2007 11:13
Wo bleibt der Tisch?
Plötzlich stand der Generalvikar der Erzdiözese Paris während der Messe im Chor einer bekannten Pariser Kirche und wußte nicht mehr weiter. Für den Spott der Anwesenden brauchte er nicht zu sorgen.
Manche bevorzugen Tische.
Manche bevorzugen Tische.
(kreuz.net, Paris) Am Sonntag, dem 2. Dezember präsidierte Prälat Michel Aupetit, Generalvikar der Erzdiözese Paris, eine Konzelebration in der Pariser Kirche Val-de-Grâce.

Das Gotteshaus gehört zur Französischen Militärdiözese.

Der Generalvikar zelebrierte eine jährlich stattfindende Messe für im Krieg gefallene Mitarbeiter der Pariser Transportbetriebe.

Hohe Vertreter der zivilen und militärischen Autoritäten waren anwesend.

In der Kirche Val-de-Grâce wird die Neue Messe in einer sehr wörtlichen Interpretation der Liturgiereform zelebriert. Es gibt dort zum Beispiel keinen Volksaltar.

Prälat Aupetit
Prälat Aupetit
Zunächst verlief während der Messe des Generalvikars alles normal. Der Wortgottesdienst wurde nach dem Neuen Ritus in französischer Sprache und sehr korrekt durchgeführt.

Das berichtete der Brief der französischen Gruppierung „Paix liturgique“ am 14. Dezember.

Nach seiner Predigt, dem Glaubensbekenntnis schickte sich der Generalvikar an, zum Altar zu schreiten.

Da wurde er plötzlich unruhig. Er konnte den in den späten 60er Jahren des letzten Jahrhunderts populär gewesenen Mahltisch nicht finden.

Der Zeremonienmeister wies den Generalvikar diskret auf den großartigen Hochaltar der Kirche, der von einem Baldachin aus weißem Marmor überlagert wird.

Doch der Generalvikar reagierte mit empörter Ablehnung.

Dann entwickelte sich zwischen den beiden eine angespannte Diskussion im Flüsterton.

Schließlich konnte jemand einen Tisch auftreiben. Er wurde eilig in den Chor geschoben und mit einem weißen Tuch abgedeckt, damit die Messe nach den Wünschen des Generalvikars weitergehen konnte.

Der Generalvikar hat seine Autorität mit dieser Inszenierung während einer laufenden Messe nach Angaben von ‘Paix liturgique’ „klar mißbraucht“.

Die Militär-Kirche ist nämlich nicht ihm unterstellt. Er war dort nur Gast:

„Ganz zu schweigen von der lächerlichen Situation und der kolossalen Peinlichkeit, sich im Jahr 2007 unter Papst Benedikt XVI. zu weigern, zum Herrn hin zu zelebrieren“ – so die Stellungnahme von ‘Paix liturgique’.
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