Sonntag, 16. Dezember 2007 19:03
„Man wird wieder erklären, daß es sich um einen Verrückten gehandelt habe. Aber wenn dem so ist, dann ist hier die Zahl der Verrückten seit eineinhalb Jahren beträchtlich angestiegen – und sie greifen nur christliche Gottesmänner aus dem Ausland an.“


Die römische Webseite AsiaNews.it berichtet gewöhnlich hervorragend informiert aus Asien.
(kreuz.net) Der Superior der Kustodie – Provinz – der Franziskaner in der Türkei, Pater Adriano Franchini,
ist heute morgen in der katholischen Kirche von Smirne in der Westtürkei niedergestochen worden.
Der
Geistliche wurde offenbar am Magen verletzt. Über den Gesundheitszustand des Paters gibt es keine Berichte.
Er befindet sich nach Angaben der römischen Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’ im Spital.
Pater Franchini
stammt aus der Provinz Modena in Norditalien.
Augenzeugen erklärten, daß der Geistliche von einem „jungen
Tunichtgut“ verletzt wurde.
Der Vorfall fand heute morgen nach Ende der Messe statt.
Augenzeugen berichteten,
daß es sich bei dem Angreifer um eine Person handelte, welche die Pfarrei von Bayrakli in Smirne seit
drei Jahren frequentierte.
Der Angriff geschah, nachdem sich der Pater zum wiederholten Mal geweigert
hatte, ihn zu taufen, weil er ihn nicht für vorbereitet hielt.
Erzbischof Ruggero Franceschini (65)
von Smirna erklärte vor ‘AsiaNews’:
„Man wird wieder erklären, daß es sich um einen Verrückten gehandelt
habe. Aber wen dem so ist, dann ist hier die Zahl der Verrückten seit eineinhalb Jahren beträchtlich
angestiegen – und sie greifen nur christliche Gottesmänner aus dem Ausland an.“
In der Türkei werde
viel von den Rechten der religiösen Minderheiten und von einem Wachsen der Demokratie gesprochen:
„Aber
solche Ereignisse sind keine gute Werbung für die Türkei, die demokratisch und säkular sein will.“
Die Priester in der Türkei seien bei Taufbegehren häufig sehr zurückhaltend, weil sich schon verschiedentlich
gezeigt habe, daß die Täuflinge Provokateure sind, die es darauf abgesehen haben, die Christen der Seelenfängerei
anzuklagen:
„Die Angriffe gegen christliche Religionsvertreter in der Türkei sind im Ansteigen.“
Im
Februar 2006 wurde der italienische Priester, Hw. Andrea Santoro, in seiner Kirche in Trabzon in der Nordtürkei
ermordet.
Seither ist es verschiedentlich zu Übergriffen gegen christliche Gruppierungen gekommen.
Im gleichen Monat wurde der Franziskanerpater Martin Kmetec in Smirne von einer Gruppe Jugendlicher
angegriffen.
Einen Monat später
bedrohte ein Mann die Franziskaner von Mersin – eine Küstenstadt im Südösten der
Türkei – mit einem Messer.
Im Juli des gleichen Jahres wurde Hw. Pierre Brunissen von angeblichen Drogensüchtigen
niedergestochen.
Er hatte erst seit kurzer Zeit die Kirche des ermordeten Hw. Andrea Santoro wiedereröffnet.