Montag, 17. Dezember 2007 16:26
Der nächste Schlag
Es scheint, daß Papst Benedikt XVI. als Saubermann in die Annalen der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi eingehen wird.
Webseite der Legionäre Christi
Webseite der Legionäre Christi
(kreuz.net, Vatikan) Benedikt XVI. hat ein zweites Mal zugeschlagen.

Im Mai 2006 suspendierte der Papst den Gründer der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel Degollado (87), wegen sexueller Mißbräuche de facto vom Priestertum.

Seitdem ist der Geistliche verpflichtet, ein Leben des Gebetes und der Buße zu führen und auf jede Art öffentlicher Auftritte zu verzichten.

Jetzt soll der Papst persönlich die Abschaffung zweier privater Gelübde angeordnet haben, die bisher bei den Legionären Christi intern abgelegt wurden.

Das berichtete die große mexikanische Tageszeitung ‘La Jornada’. Das Blatt vertritt eine homo-ideologische, lebensfeindliche und antiklerikale Ausrichtung.

Vatikanische Quellen der staatlichen mexikanischen Nachrichtenagentur ‘Notimex’ beschrieben die Abschaffung der Gelübde als Teil eines Maßnahmenpaktes, mit dem der Papst das interne Leben der Legionäre neu orientieren will.

Es gebe angeblich noch weitere Anklagen wegen sexueller Mißbräuche, die offenbar von anderen Mitgliedern des Ordens begangen worden seien.

Die beiden abgeschafften Privatgelübde dienten in der Vergangenheit dazu, Kritik an den Ordensoberen zu unterbinden. Sie wurden von den Seminaristen und Priestern der Gemeinschaft abgelegt.

Das erste Gelübde untersagte den Legionären Christi jede Kritik an ihren Ordensoberen und an deren Entscheidungen. Das zweite Gelübde verbot, in solchen Angelegenheiten Beschwerde zu führen.

In seinem von der eigenen Kongregation herausgegebenen Buch-Interview „Christus ist mein Leben“ erklärt der Ordensgründer die Bedeutung dieser Privatgelübde.

Neben den üblichen Gelübden der Armut, Keuschheit und des Gehorsam besitze die Kongregation „das Gelübde der Liebe und der Demut“:

„Das Gelübde der Liebe verlangt von uns, daß wir unsere Brüder in der Kongregation, besonderes unsere Oberen, mit Wort und Tat aufs höchste achten und respektieren.“

„Aufgrund dieses Gelübdes verpflichtet sich der Ordensmann, die Handlungen des Oberen nicht vor dem zu kritisieren, der ein bestimmtes Problem oder einen Konflikt nicht lösen kann.“

Das Gelübde der Demut bestehe darin, in solchen Angelegenheiten keine Anklage zu wünschen noch Beschwerde zu führen:

„Wir nennen das Demut, weil diese Diensthaltung eine ständige Kontrolle der natürlichen Begierlichkeiten beinhalten, die den Menschen drängen, sich in den Vordergrund zu stellen, den anderen zu übertreffen und sich Ämter aufgrund von Hinterlist und Intrigen anzueignen.“

Die Legionäre Christi waren auch verpflichtet, die Vorgesetzen zu informieren, wenn ein Mitbruder sich gegen diese Gelübde verfehlt hatte.
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