Samstag, 22. Dezember 2007 15:26
Rätselhafter Schritt
Als Premierminister vertrat er alles andere als eine katholische Politik. Doch jetzt ist er angeblich trotzdem auf den Geschmack gekommen.
Tony Blair, seit gestern katholisch
Tony Blair, seit gestern katholisch
(kreuz.net, London) Gestern abend ist der ehemalige britische Premierminister Tony Blair katholisch geworden.

Das bestätigte ein Sprecher des Politikers laut Berichten der englischen Medienunternehmen. Blair habe den Schritt schon vor Jahren setzen wollen. Doch aus Rücksicht auf sein politisches Amt habe er zugewartet.

Blairs antikatholische Einscheidungen während seiner Amtszeit sind Legion.

Als Premierminister unterstützte Blair die Kinderabtreibung bis zum sechsten Monat, er förderte eine staatliche Anerkennung des Homo-Konkubinats und stärkte die umstrittene und unmoralische Forschung mit Kleinstkinderzellen. Außerdem ist er mit dem rechtsnationalistischen US-Präsidenten George W. Bush der Hauptverantwortliche für den Überfall auf den Irak.


Die Aufnahme in die Kirche vollzog der Erzbischof von Westminster, Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, in seiner Privatkapelle.

Der Kardinal erklärte: „Ich bin sehr froh, Toni Blair in der katholischen Kirche zu begrüßen.“

Blair habe schon seit langem mit seiner katholischen Familie – seiner Frau Cherie Blair und den vier Kinder – die Messe regelmäßig besucht. In den letzten Monaten habe er sich auf die „Aufnahme in die volle Gemeinschaft“ vorbereitet.

Der Privatsekretär des Kardinals, Prälat Mark O’Toole, begleitete Blair während des Konvertitenunterrichtes.

Das Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft, Rowan Williams, versicherte Blair seine Gebete und guten Wünsche.

Ein ehemaliges konservative Regierungsmitglied, Frau Ann Widdicombe – eine frühere Anglikanerin, die selber zur Kirche konvertierte – kommentierte die Konversion vor dem Britischen Rundfunk.

Sie erinnert an die politischen Entscheidungen und Abstimmungen Blairs gegen das kirchliche Lehramt. Als Beispiel nennt Frau Widdicombe den Greuel der Kinderabtreibung:

„Meine Frage wäre: ‘Hat er seine Meinung darüber geändert?’“
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