Donnerstag, 4. November 2004 12:46
Priester bereit für Asylantin ins Gefängnis zu gehen
Großbritannien: Ein Pfarrer aus Easton kämpft mit allen erdenklichen Mitteln, um die Abschiebung einer ruandischen Frau zu verhindern.
(kreuz.net, Easton) Pfarrer Richard McKay aus Easton will die Abschiebung einer ruandischen Asylantin verhindern. Er kündigte an, notfalls auch ins Gefängnis zu gehen.

Nachdem der Antrag auf Asyl abgelehnt worden war, kam die Polizei letzte Woche und wollte die 23-jährige Josette Ishimwe verhaften. Doch der Priester verwehrte den Beamten, seine Kirche zu betreten.

Auf sein Verhalten angesprochen, meinte der Pfarrer: „Ich bin mir bewußt, daß ich gegen das Gesetz handle, wenn ich der Polizei verbiete, meine Kirche zu betreten“, aber, so Pfarrer McKay weiter, es sei auch seine Pflicht, die Pfarrangehörigen zu beschützen.

Die Afrikanerin kam 1994 nach Bristol, nachdem sie als 13-jähriges Mädchen mitansehen mußte, wie ihre Eltern und andere Familienmitglieder während des Völkermords in Ruanda zerhackt wurden. Um zu verhindern, wieder in ihre Heimat zurückgeschickt zu werden, suchte sie in der Pfarre vom heiligen Nikolaus Zuflucht. Dort wird sie vorerst auch bleiben. Ihr Antrag auf Asyl wird ein weiteres Mal überarbeitet.
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