Dienstag, 25. Dezember 2007 17:14
Weihnachten – du liebe Zeit!
So wie die Dinge gegenwärtig stehen, werden wir wohl auf einen warten müssen, der aus der Kirche ausgetreten ist. Von Lukas Brühwiler-Frésey.
Links: Tony Blair, Sarkozy, Krippe
Links: Tony Blair, Sarkozy, Krippe
(kreuz.net) Der frühere Britische Premierminister Tony Blair ist zur Katholischen Kirche konvertiert. Fast gleichzeitig wurde der Französische Staatspräsident, Nicolas Sarkozy, anläßlich seines Besuches im Vatikan zum Ehrenkanonikus der Lateranbasilika ernannt.

Die Vorgänge erstaunen. Verfolgen die Söhne der Kirche eine Politik, für die sich die Kirche in einigen Jahren – dieses Mal zu Recht – entschuldigen muß?

Der geschiedene Nicolas Sarkozy hält sich mittlerweile seine zweite Konkubine.

Beide Politiker sind in der Vergangenheit für die Kinderabtreibung und die freie Ehescheidung eingetreten.

Während einzelne Kardinäle und Bischöfe verlangen, daß Abtreibungsbefürworter nicht zum Empfang der Heiligen Kommunion zugelassen werden, erhalten Scheidungs- und Abtreibungsbefürworter von anderen Kirchenvertretern hohe Ehren.

Sie können sogar ohne öffentliche Reue katholisch werden.

Die Kirche verliert damit an Glaubwürdigkeit. Hat man vergessen, daß Papst Johannes Paul II. den Irakkrieg und die Teilnahme daran aufs schärfste verurteilt hat?

Offenbar besitzt die Kirche gegenwärtig nicht die Kraft, um angeblich katholische Politiker zu disziplinieren, die der Glaubenslehre diametral widersprechen.

So kommt es, daß seit Jahren Heerscharen von politischen Häretikern mit der Aufschrift „katholisch“ durch die Lande ziehen.

Weihnachten ist das Fest der Liebe und des Friedens. Wie sieht eine katholische Politik der Liebe und des Friedens aus?

Sie bringt eine Verschärfung des Scheidungsrechts zustande.

„Ein großer Teil der Scheidungen müßte gar nicht sein“, stellte jüngst der Psychotherapeut Mathias Jung Buch „Liebes-Pingpong“ fest, das im Kösel-Verlag erschienen ist.

Das heißt nichts anderes, als daß die treue Ehe bei genügender Sozialkompetenz machbar und das kirchliche Scheidungsverbot eine vernünftige Regel ist.

Katholische Politik umfaßt auch ein Verbot der unmoralischen Stammzellenforschung, die menschliche Embryonen tötet und verbraucht.

Sie ist von einer Abschaffung des staatlich anerkannten Homo-Konkubinates begleitet.

Sie beinhaltet den Schutz des Sonntags. Sie setzt auch ein Verbot der Abtreibung und aktiver Sterbehilfe durch.

Sie präsentiert ein Programm gegen die globale Verarmung der Familie, welche die Werkstatt der Liebe ist.

Sie unterstützt die freie Wahl von Privatschulen als Bildungsanstalten der Liebe – jenseits von Sozialismus und Kapitalismus.

Sie kodifiziert die Grundrechte der Völker, damit die Kultur der Liebe und der kulturellen Identität nicht gegen die Freiheit liebloser Religionen eingetauscht werden muß und es in Europa auch weiterhin erlaubt bleibt, Weihnachten zu feiern.

Vielleicht wird uns erst ein Politiker, der aus der Kirche ausgetreten ist, diese heilsnotwendigen politischen Initiativen der Liebe und des Friedens bescheren.
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