Dienstag, 25. Dezember 2007 18:34
Der Inhalt des Weihnachtsfestes wird oft verkitscht oder zum Märchen erklärt. Auszüge aus Predigten deutscher Bischöfe in der Heiligen Nacht.


Feier der Menschwerdung
Die Mitte der Geschichte„Die Mitte der Geschichte ist nicht irgendein spektakuläres Ereignis, etwa
eine weltumstürzende Erfindung oder eine Entdeckung, wie damals die Entdeckung Amerikas. Sondern die
Mitte der Geschichte ist ein Kind, das in Bethlehem geboren und in eine Krippe gelegt wurde. Es gab und
gibt immer wieder Versuche, die Kindheitsgeschichte Jesu, vor allem seine Geburt nach dem Lukasevangelium,
gleichsam als Legenden zu erklären und sie neu zu interpretieren. Das sind alles bewußte oder unbewußte
Angriffe auf die geschichtliche Mitte der Welt, auf den Bewertungsmaßstab der menschlichen Geschichte
und damit auf die einzige Sinndeutung der Welt, die ohne Christus weiter dem Chaos verfällt.“
Aus der
Weihnachtspredigt des Kölner Erzbischofs, Joachim Kardinal Meisner.Widersprüche in sich selbst„Wir
leisten uns rechtliche Konstruktionen, die zur Heuchelei zwingen: Da ist die Abtreibung ungeborener Kinder,
die zwar illegal, aber dennoch straffrei ist. Ein Widerspruch in sich selbst. Da ist die aktive Sterbehilfe
noch verboten, aber doch schon Praxis.“ Die Benützung von menschlichen Embryonen zu Forschungszwecken
bedeute „töten“.
Aus der Weihnachtspredigt des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen.Einsatz lohnt
sich„Die Diskussionen waren mitunter heftig und nicht immer angenehm, aber es ging auch um nicht weniger
als die Frage, wie in Zukunft das Leben unserer Familien gestaltet sein soll: Ob wir mehr Menschlichkeit
und Beziehung zwischen Eltern und Kindern oder mehr Staat und mehr Kommerz wollen.“ Im Rückblick betrachtet
habe sich der Einsatz gelohnt. Es sei mit Gottes Hilfe und dem Einsatz vieler mutiger Menschen gelungen,
die schweigende Mehrheit für eine verbesserte unmittelbare Förderung der Familie zu mobilisieren.
Aus
der Weihnachtspredigt des Augsburger Bischofs Walter Mixa.Wie Gott werden„Wer meint, über alles verfügen
zu können,
· der tötet menschliche Embryonen für Forschungszwecke,
· der verwirft embryonale Menschen,
die nicht zu unseren Vorstellungen vom perfekten Leben passen;
· der stellt beim Klonen beliebig viele
Kopien vom Menschenmaterial her und zerstört seine Einzigartigkeit und Originalität;
· der meint schließlich
auch, aktiv zum Sterben helfen zu müssen.“
Wer aufhöre, Gott zu ehren, der fange früher oder später
an, selbst Gott spielen zu wollen.
Aus der Weihnachtspredigt des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart, Mons.
Gebhard Fürst.Selbstgemachte HölleDer Inhalt des Weihnachtsfestes werde oft verkitscht oder zum
Märchen erklärt. Zwar wecke Weihnachten in vielen eine tiefe Sehnsucht nach ein wenig mehr Himmel auf
dieser Erde. Aber man glaube, diesen Himmel selbst produzieren zu können durch exzessiven Life Style,
durch Events und Konsumrausch. Seit der Geburt Christi sei der wahre Himmel angekommen, oft unscheinbar
und verborgen.
Der Bischof von Eichstätt, Mons. Gregor Maria Hanke, in seiner Weihnachtspredigt.