Freitag, 28. Dezember 2007 11:10
Es stinkt nicht
Deutschland lebt von den Extremen. Zuerst betrachtete man die Hurerei als sittenwidrig. Dann beschloß man, von den Hautverkäuferinnen Steuern einzutreiben.
Die Prostitution ist die Versklavung der Frau.
Die Prostitution ist die Versklavung der Frau.
(kreuz.net, Köln) Für die Stadt Köln ist die Hurerei ein beträchtliches Geschäft. Im Jahr 2006 holte sich das Steueramt noch 828.000 Euro von Prostituierten und Puffetieren.

Dieses Jahr rechnet die Stadt mit 1,4 Millionen Euro. Das berichtete die Tageszeitung ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ am 19. Dezember.

Der Löwenanteil des Geldes stammt von den Kölner Huren – etwa 877.000 Euro. Hinter dieser Zahl verbergen sich ungefähr 500 Prostituierte.

Betreiber von Entkleidungs-Bars, Kuppelungs-Clubs und obszönen Kinos steuern den Rest bei.

Die Sex-Steuer wurde in Köln am 1. Januar 2004 eingeführt. Huren zahlen in Köln pro Monat in der Regel eine Pauschale von 150 Euro. Wer seine Haut an weniger als 25 Tagen im Monat zu Markte trägt, schuldet der Stadt sechs Euro pro Tag:

„Das führt dazu, daß uns die Frauen unaufgefordert ihre Krankmeldungen oder Belege für Urlaubsreisen einreichen, weil sie in dieser Zeit ja nicht gearbeitet haben“ zitiert der ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ eine Sprecherin des Steueramtes.

Bei den Betreibern einschlägiger Lokale wird der Steuersatz nach Betriebsfläche berechnet.

Wieviel Huren in Köln die Prostitutions-Abgabe begleichen, weiß das Steueramt nicht.

Denn hinter einer Steuernummer kann eine einzelne Prostituierte oder auch ein ganzes Großbordell stecken.

Die Einführung der Steuer begründete die Stadt Köln damals mit der Gerechtigkeit:

Vor Erhebung der Abgabe habe „diese Branche kaum zur Finanzierung des Gemeinwesens beigetragen“.

© Titelbild: Heather Bailey, CC
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