Donnerstag, 27. Dezember 2007 09:36


Bischof Vitus Huonder
(kreuz.net) Der böse Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder, bringt seine Diözese „auf Romkurs“. Mit
dieser Sensation wartete der Lokaljournalist Michael
Meier am 21. Dezember auf.
Meier ist im kirchenfeindlichen
Züricher Regionalblatt ‘Tages-Anzeiger’ für die antikirchliche Berichterstattung zuständig.
In dieser
Funktion hat er es nicht leicht. Die Anti-Wolfgang-Haas-Fraktion, die er vor Jahren einpeitschte, ist
in die Jahre gekommen. Nachgefolgt ist nichts.
Damals gelang es Meier und seinen Journalistenkollegen,
den Papst in die Knie zu zwingen. Inzwischen reimt der Journalist seine Hetzartikel in den Wind.


Denuntiations-Artikel von Michael Meier
In seinem
jüngsten Artikel erklärt Meier, daß es um den neuen Bischof von Chur nach seiner „umstritten“ Wahl
still geworden sei.
Doch „die Ruhe trügt“ – beschwört Meier den Aufstand:
Der Bischof habe die Zeit
genutzt, „um die Weichen auf Restauration zu stellen“.
Angesichts des Massenabfalls und der rapiden Vergreisung
von Klerus und Gläubigen darf man hoffen, daß der Journalist recht behält.
Als Beispiel erwähnt Meier,
daß Laientheologen im Bistum zukünftig um „ihr Privileg“ bangen müssen, während der Messe predigen
zu dürfen.
Das von Meier sogenannte Privileg ist kirchenrechtlich ein Mißbrauch und eine Amtsanmaßung.
Um seine Aussagen zu erhärten, gräbt Meier den Züricher Laientheologen und Anti-Haas-Dinosaurier Tony
Styger aus.
Dieser fürchtet, daß es für die hochbezahlten Laientheologen im Bistum Chur künftig „schwierig“
werden dürfte.
Im vergangenen Oktober habe Bischof Huonder erklärt, daß er neu zu beschäftigenden
Laientheologen „keine Erlaubnis“ zur Predigt während der Messe mehr erteilen werde.
Was Meier unterschlägt:
Im Rahmen der katholischen Sakramentendisziplin hat kein Bischof die Kompetenzen, Laien das Predigen während
der Messe zu erlauben.
Außerdem: Was hat es für einen Sinn, wenn ein Laie während der Messe predigt,
wo doch sowieso ein Priester da ist?
Meier spricht dennoch unbeirrt von einem zukünftigen Churer „Predigtverbot“
für Laientheologen.
Mit gleichem Recht hätte er auch schreiben können, daß ein allgemeines „Verbot“
existiert, im ‘Tages-Anzeiger’ Artikel zu schreiben, weil dieses „Privileg“ nur den wenigen zukommt, die
von der Geschäftsleitung dazu die Erlaubnis erhalten.
Dann marschiert Meier zum nächsten Thema: das
Kuriosum, daß es im Bistum die drei Generalvikariate gibt.
Bischof Huonder will – wie in jeder normalen
Diözese auch –
einen Generalvikar und die anderen Aufgaben, wie im Kirchenrecht vorgesehen, auf Bischofsvikare
verteilen.
Meier interpretiert diese Maßnahme im eingeschränkten Horizont seiner antirömischen Obsession:
Der Bischof wolle „den römischen Vorgaben genügen“.
Daß die katholischen Diözesen auf der ganzen
Welt und weit über Rom hinaus mit einem einzigen Generalvikar glücklich sind, sagt er nicht.
Dafür
wirft er dem Bischof vor, einen Priester zum Kanonikus ernannt zu haben, der – Zitat Meier – „die »allerseligste
Jungfrau und Gottesmutter Maria« verehrt“.
Meier macht dem Bischof auch den schweren Vorwurf, „romtreu“
zu sein. Das zeige sich in seinem Wahlspruch: Instaurare omnia in Christo.
Mit Bezug auf den rätoromanischen
Lokalsender ‘Radio Rumantsch’ erklärt Meier, daß das der Wahlspruch von Papst Pius X. († 1914) gewesen
sei.
(Daß der Vers aus dem ersten Kapitel des Epheserbriefes stammt, wußte ‘Radio Rumantsch’ offenbar
nicht.)
Auch Pius X. überschüttet Meier mit Vorwürfen: Er habe die Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts
„verchristlichen“ wollen.
Außerdem habe er vom kirchlichen Personal den Antimodernisten-Eid gefordert
und mit einem „Denunziantensystem“ – was tut Meier in seinen Artikeln? – die theologischen Hochschulen
auf Kurs gehalten.
Ob der Journalist der Auffassung ist, daß es die Aufgabe eines Papstes sei, die „theologischen
Hochschulen“ vom Kurs abzubringen?
Anschließend verfällt Meier ganz seinen Verschwörungstheorien:
Es sei kaum zufällig, daß die Bischofsweihe von Mons. Huonder auf den 100. Geburtstag der – so Meier –
„berüchtigten“ Enzyklika
‘Pascendi’ gefallen sei.
Nach Meier handelt es sich bei diesem päpstlichen
Lehrschreiben um etwas ganz Schlimmes:
Darin habe Pius X. „alle modernistischen Irrtümer von der Bibelkritik
bis zur subjektivistischen Theologie“ verurteilt und „der Kirche Roms den Bruch mit der intellektuellen
Welt“ beschert.
Immerhin gesteht Meier ein, daß der Papst – wie es seine Aufgabe ist – „Irrtümer“ verurteilt
hat.
Pius X. brach zum Glück auch mit jener „intellektuellen Welt“, welche die Menschheit schon wenige
Jahre später in zwei Weltkriege und zwei völkermörderische Ideologien stürzen sollte.
© Titelbild:
Bistum Chur