Donnerstag, 27. Dezember 2007 18:09
Eine Weihnachtspredigt
Ungefähr 90% der Bevölkerung leiden unter Karies. Ist das dann die Widerlegung der Zahnhygiene? Von Sedisvakantisten- Pater Rolf Hermann Lingen.
Christi Geburt des italienischen Renaissancemalers Lorenzo Lotto († 1556)
Christi Geburt des italienischen Renaissancemalers Lorenzo Lotto († 1556)
(kreuz.net) Die meisten feiern zwar zu Weihnachten, aber sie feiern nicht Weihnachten. Die Geburt Christi spielt für sie keine Rolle.

Was die meisten zu Weihnachten in erster Linie interessiert, sind Weihnachtsferien, Weihnachtsgeld, Weihnachtsessen – aber eben nicht Weihnachten.

Ferner sagen einige, daß das Christentum angesichts überall wuchernder Ungerechtigkeit und Kriegen gescheitert, ja widerlegt sei.

Wenn die Engel bei der Geburt Christi den Frieden auf Erden verkündeten, wie kann denn überall Unfrieden herrschen?

Ein Vergleich aus der Medizin veranschaulicht die Unsinnigkeit solcher Aussagen. Ungefähr 90% der Bevölkerung leiden unter Karies. Ist das dann die Widerlegung der Zahnhygiene?

Pater Rolf Hermann Lingen
Pater Rolf Hermann Lingen
Analog: Wenn die Völker sich gegen Christus, den Friedensfürsten, entscheiden, ist der daraus resultierende Unfrieden nun wahrlich nicht dem Christentum anzulasten.

Daß Unchristlichkeit die Widerlegung Christi sei, ist ein lächerlicher Vorwand, mit dem sich deren Vertreter aus der Verantwortung stehlen wollen.

Etwas mehr Mühe bei der antichristlichen Volksverhetzung geben sich sogenannte Wissenschaftler. Sie hoffen, daß ihre Lügen von ihrem nichtsahnenden Publikum nicht sofort entdeckt werden.

So verkündet der Berliner Althistoriker Alexander Demandt (70) im diesjährigen Weihnachtsheft der „Deutschen Medizinische Wochenschrift“ seine antichristliche Ideologie über den Ursprung des Weihnachtsfestes.

Dort heißt es zu den Stammbäumen Jesu: „Zwei sind überliefert und stimmen nicht überein. Beide Male läuft die Abstammung über Joseph, der mithin zur Zeit ihrer Abfassung noch als Vater Jesu gegolten hat. Auch der Apostel Paulus nennt Jesus geboren aus dem Samen Davids und hält damit an der Vaterschaft Josephs fest.“

Es stimmt, daß Jesu Stammbaum bei Matthäus von Abraham auf Jesus, bei Lukas aber von Jesus auf Adam aufgelistet wird.

Es ist auch richtig, daß beide Stammbäume einige Geschlechter auslassen.

Aber wie auch immer die richtige Erklärung für die Unterschiede aussehen mag: In jedem Falle erfüllen beide Stammbäume die Aufgabe, Jesus als den verheißenen Messias und seine Bedeutung für das gesamte Menschengeschlecht herauszustellen.

In keinem Falle geben sie Jesus als leiblichen Sohn Josephs aus, ganz im Gegenteil: Matthäus wechselt ausdrücklich den Satzbau „Von Abraham stammt Isaak, von Isaak Jakob“.

Statt zu schreiben: „Von Joseph stammt Jesus“, formuliert Matthäus: „von Jakob stammt Joseph, der Mann Marias. Von ihr wurde Jesus geboren“ (Mt 1,16).

Und Lukas formuliert im Stammbaum Jesu: „Man hielt ihn für den Sohn Josephs.“


Der Heilige Paulus schreibt zwar, daß Jesus dem Fleische nach aus dem Geschlechte Davids stammt (Röm 1,3). Das bedeutet, daß er eine menschliche Natur besitzt und somit wahrer Mensch ist.

Aber Paulus spricht auch unmißverständlich von der Gottheit Christi. An die Galater schreibt Paulus, daß es Gott gefallen hat, „seinen Sohn in mir zu offenbaren. Ihn sollte ich unter den Heiden verkünden“ (Gal 1,15).

Im Titusbrief schreibt Paulus von der „Hoffnung auf die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, unseres Heilandes Jesus Christus“ (Tit 2,13).

Kurz: Was dieser angebliche Geschichtswissenschaftler über die leibliche Vaterschaft Josephs erzählt, ist eine blanke Lüge.

Im Artikel dieses Geschichtsfälschers heißt es dann zusammenfassend:

„Der Historiker kann den Offenbarungscharakter einzelner Traditionen nicht hinnehmen, denn sie stimmen untereinander nicht überein und widersprechen insgesamt der Vernunft. Wenn wir Gottes Hand in der Geschichte suchen, dann können wir sie nicht in einzelnen Eingriffen erblicken, sondern nur im Geschehen als ganzem.“

Wenn man etwas nicht versteht oder nicht verstehen will, bedeutet das nicht notwendig, daß es der Vernunft widerspricht.
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