Samstag, 29. Dezember 2007 17:07
Die große Entstaubungsaktion beginnt
Der Papst will alte Throne und hohe Mitren wieder benützen. Sein neuer Zeremonienmeister erklärt warum.
Father John Zuhlsdorf zeigt auf seinem Weblog Bilder über die neuen alten liturgischen Gewänder des Papstes.
Father John Zuhlsdorf zeigt auf seinem Weblog Bilder über die neuen alten liturgischen Gewänder des Papstes.
(kreuz.net, Vatikan) Bei den päpstlichen Weihnachtsliturgien benützte der Zeremonienmeister, Prälat Guido Marini, Altes und Neues. Das erklärte der Prälat vor der vatikanischen Zeitung ‘Osservatore Romano’.

Die liturgischen Gewänder sollten die Kontinuität der heutigen Zelebrationen mit der Kirche in der Vergangenheit unterstreichen.

Es sei die Entscheidung des Papstes gewesen, an Weihnachten Mitren und Gewänder der Päpste Benedikt XV. († 1922), Paul VI. († 1978), Johannes Paul I. († 1978), und Johannes Paul II. († 2005) zu tragen.

Benedikt XVI. benützte auch einen Thron von Papst Leo XIII. († 1903). Auf diesem Thron hatte sich der Heilige Vater Mitte Dezember auch von der aus Moskau stammenden Künstlerin Natalia Tsarkova (39) portraitieren lassen.

Zurück an seinem Platz
Prälat Marini erklärte, daß der Heilige Vater für die Weihnachtsliturgien gewünscht hat, daß das Kruzifix wieder auf den Hauptaltar des Petersdoms gestellt werde:

Unter dem früheren Zeremonienmeister, Erzbischof Piero Marini, wurde das Kreuz mit der Prozession hereingetragen und anschließend neben den Altar gestellt.

Im Interview erklärte Prälat Guido Marini, warum das Kruzifix in die Mitte des Altars gehört.

Das Kreuz bilde das Zentrum der Meßfeier: „Wir schauen uns nicht gegenseitig an, sondern auf den einen, der für uns geboren, gestorben und auferstanden ist.“

Die Erlösung komme vom Heiland. Er sei der Osten, die Sonne, die aufgeht – der eine, auf den wir alle blicken.

Prälat Marini erwähnt auch das im Jahr 2000 erschienene Buch von Kardinal Ratzinger „Vom Geist der Liturgie“. Darin anerkenne der jetzige Papst, daß sich die Gläubigen nicht immer nach Osten ausrichten könnten.

Doch das Kreuz auf dem Altar symbolisiere ein „inneres Osten des Glaubens“.

In der Mitte des Altars sei das Kreuz für Gläubige und den Priester der gemeinsame Blickpunkt – so der Papst in seinem Buch.

Hohe Mitren
Prälat Marini äußerte sich im Interview auch über die älteren, höheren Mitren, die Benedikt XVI. an Weihnachten benützte.

Sie seien ein Zeichen, wie sich die Kirche in der Geschichte bewege, ohne die Vergangenheit zu vergessen oder zu ignorieren.

In den Dokumenten des Lehramtes zitiere ein Papst seine Vorgänger, um die Kontinuität des kirchlichen Lehramts zu zeigen.

Ähnlich sei es in der Liturgie.

Der Heilige Vater benütze die Gewänder früherer Päpste, um die Kontinuität im Gebet zu demonstrieren.
Copyright © 2008 kreuz.net