Sonntag, 30. Dezember 2007 08:55
Statistik mit Haken + Unsensibel und anmaßend + Für den Heiland ermordet + Falschmeldung + „Oben ohne“-Theologie


Benedikt XVI. zieht Pilger in Scharen an.
Statistik mit HakenVatikan. Gut 2,8 Millionen Gläubige kam im Jahr 2007 zu Messen und Audienzen mit
Papst Benedikt XVI. nach Rom. Das gab der Vatikan gestern bekannt. Im Jahr 2006 waren es mehr als 3,2
Millionen. Zu den Angelusgebeten kamen 1,45 Millionen Katholiken, knapp 500.000 besuchten liturgische
Feiern und 800.000 die Generalaudienzen am Mittwoch. Gut 200 Tausend Gläubige erschienen zu Sonderaudienzen.
Der Haken der Statistik: Sie erfaßt nur vorab angemeldete Pilger.
Unsensibel und anmaßendDeutschland.
180 Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die der altliberalen ‘Aktionsgemeinschaft Rottenburg’
angehören, haben sich gegen das Lehramt der Kirche gestellt. Am Donnerstag veröffentlichten die Priester
eine „ Replik auf das Dokument der Glaubenskongregation zum Kirchenverständnis“
von Mitte Juli. Darin
kommt die ‘Aktionsgemeinschaft’ zur Erkenntnis, daß Mischehen, ökumenische Gottesdienste und die Zusammenarbeit
unter den Gemeinden es verböten, den Protestanten das Kirchesein abzusprechen und sie in einer „unsensiblen
und anmaßenden Sprache“ zu klassifizieren.
Für den Heiland ermordetVatikan. Im Jahr 2007 wurden 15
Priester und zwei Ordensleute getötet. Das gab die Missionsnachrichtenagentur ‘Fides’ am Samstag bekannt.
Acht von ihnen stammen aus Asien. Vier Priester wurden alleine im Irak ermordet. Zwei Geistliche ließen
ihr Leben in Europa – im ehemals katholischen Spanien.
FalschmeldungItalien. Die italienische Webseite
‘Petrus’ hat
erneut eine Falschmeldung veröffentlicht. Die Webseite hatte behauptet, der Papst habe die
Sakramenten- und die Glaubenskongregation beauftragt, neue Richtlinien für den Exorzismus zu erarbeiten.
Der Sprecher des vatikanischen Pressesaales, Pater Federico Lombardo, würdigte die Zeitungsente mit einem
Dementi.
„Oben ohne“-Theologie„»Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb.« Dieses Tischgebet hörte
ich kürzlich zum Mittagessen in einer kirchlichen Akademie. Der begleitende und verantwortliche Geistliche
gab in einem heftigen Gespräch, das wir daraufhin führten, zu erkennen, daß er mit dieser Formel auch
Abendmahl feiern könnte. Ich sei wohl etwas altmodisch geraten. In der Tat. Denn nicht hochgeistige Gespräche
über Hegel und Nietzsche, sondern solche »Tischgebete« sind die praktische, ganz konkrete Auswirkung
einer Theologie, die sich hochtrabend »Gott-ist-tot-Theologie« oder eben atheistische Theologie nennt.“
Der emeritierte Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger in einem Kommentar „Wider die „oben ohne“-Theologie“
für die katholische Zeitung ‘Tagespost’.© Titelbild: Herr Mathisen, CC