Sonntag, 30. Dezember 2007 18:19
Um der Leere und Banalität des Neuen Ritus zu entfliehen, gibt es nicht nur die Alte Messen. Man kann es auch mit endlos wiederholten Kinderliedern versuchen.


Ein katholischer Priester in Saint Louis, USA, zelebriert das Lichterspektakel Kwanzaa und läßt sich dabei von der Lokalpresse feiern.
(kreuz.net) In der katholischen Kirche der Zentralschweizer Ortschaft Ebikon wurde am Abend des 21. Dezember
anläßlich der Wintersonnenwende ein „Offenes Singen“ veranstaltet.
Der Anlaß wurde von drei sogenannten
rituellen Chören aus Luzern bestritten. Das berichtete das Lokalblatt ‘Neue Luzerner Zeitung’ am 28.
Dezember.
Ebikon ist eine Vorortsgemeinde der Stadt Luzern mit 11.000 Einwohnern.
Die Feier der Wintersonnenwende
ist ein heidnischer Brauch der ausgestorbenen Kelten.
Nach Angaben der Zeitung war die Kirche voll „wie
sonst nur an Weihnachten, Ostern und anderen Hochfesten“. Fast 500 Personen – darunter viele Eltern mit
Kindern – saßen in den Kirchenbänken.
Chorleiterin Susanna Maeder Iten definierte „rituelle Lieder“
zu Beginn des Abends als einfache Gesänge, „die andauernd gesungen werden“. Sie hätten eine „spirituelle
Ausrichtung“ und würden eine „Energie“ wecken, „die uns nach innen verbindet“.
Für Frau Maeder ist
die Feier der Wintersonnenwende ein Eintauchen in das „Mysterium der Dunkelheit“ und gleichzeitig eine
„Wiedergeburt des Lichts“.
Die Mitglieder des Chors verteilten sich im Kirchenschiff und gaben sich die
Hände. Dann wiegten sie sich im Rhythmus ihrer Lieder. Dazu kam ein gedämpftes Licht und viele Kerzen.
Nach Angaben der ‘Neuen Luzerner Zeitung’ sorgte die „spürbare Andacht“ der Zuhörenden und Sänger
für eine ruhige Atmosphäre.
Das sich ständige Wiederholen der Lieder erinnerte die ‘Neue Luzerner
Zeitung’ an Mantras und Trance-Gesänge.
Die Zeitung zitiert den Liedertext „Yani Yoni Ya, Hu Wey Hey“
eines indianischen Liedes, das angeblich die Geburtswehen von Frauen erleichtern sollte.
Andere Produktionen
erinnerten die ‘Neue Luzerner Zeitung’ an Kinderlieder.
So wurde der Satz „Sonne, Sonne, wir rufen zu
Dir, kehre wieder zurück, zurück zu mir“ mit einer einfachen Melodie und verstärkt mit Rhythmusinstrumenten
minutenlang gesungen.
Es gab auch einen „Andachtsjodel“ mit Talerschwingen und Jauchzern.
Eine Sängerin
des Chores erklärte vor der Zeitung, über diese Lieder wieder näher „zu ihrer Spiritualität“ zu kommen,
die sie in den Gottesdiensten „ein wenig“ verloren habe.
Sie glaube eigentlich schon an Gott: „Es ist
einfacher für mich, an eine Kraft zu glauben als an einen bestimmten Gott.“
Die Kirche von Ebikon wurde
von dem sogenannten Pfarreileiter Peter Müller für das rituelle Singen zur Verfügung gestellt.
Vor
der ‘Neuen Luzerner Zeitung’ bereut er das nicht. Er bringt aber Vorbehalte an: „Man nimmt von überall,
was einem paßt.“
Es störte ihn auch, daß in einem Lied die buddhistische Göttin Tara angerufen wurde:
„Das entspricht nicht meinem Gottesbild.“
Müller glaubt, daß die „christliche Kirche“ mit den Taizé-Gesängen
und mit Gedanken des Mystikers Meister Eckhart ähnliche Erlebnisse anbiete.
Doch insgesamt war Müller
von dem Abend beeindruckt: Die in der Wintersonnenwende angeblich angesprochene Schöpfungsspiritualität
stehe der Kirche gut an:
„Es war ein gutes Erlebnis, das tiefe Schichten berührt und zweifellos mit
Spiritualität zu tun hat“ – so Müller nach Angaben der ‘Neuen Luzerner Zeitung’.