Montag, 31. Dezember 2007 18:32
Im Jahr 2007 hat Gott Streiter für und wider die Kirche vor seinen Richterstuhl gerufen. Streifzug durch das Leben einiger Verblichener.


Von links nach rechts: Alfons Maria Kardinal Stickler, Pater Bruno Isenmann FSSPX, Arnold Guillet, Jean-Marie Kardinal Lustiger
Mitten im DienstAm 2. Januar starb der bekannte Priester und Litugiker
Franck Marie Quoex mit nur 39
Jahren an Krebs. Der Priester trat mit 18 Jahren in das Seminar der Priesterbruderschaft St. Pius X. ein.
Die Heilige Weihe empfing er als Mitglied des altgläubigen ‘Instituts Christus König und Hoherpriester’.
Gestorben ist er als Diözesanpriester von Vaduz.
Ehemaliger Präfekt der LiturgiekongregationDer spanische
Salesianer und Kurienkardinal Antonio Maria Javierre Ortas starb am 1. Februar mit 85 Jahren. Kardinal
Javierre war von 1988 bis 1996 Präfekt der Gottesdienstkongregation.
Altgläubiger KirchenmusikerAm
18. Februar
verunglückte der Priester und Kirchenmusiker Pater Bruno Isenmann FSSPX fünfzigjährig in
Afrika. Er kam bei einem Autounfall ums Leben. Der Priester war am mittlerweile
geschlossenen Don-Bosco-Gymnasium
der Piusbruderschaft tätig.
Beliebter ProfessorAm 8. März starb der katholische Philosoph
Karl Graf
Ballestrem. Der gebürtige Schlesier war verheiratet und Vater von vier Kindern. Er war ein brillanter
und beliebter akademischer Lehrer.
Selber andersrum praktiziertAm 1. April starb der Entdecker einer
Methode zur natürlichen Empfängnisregelung, John Billings (89). Er war Vater von neun Kindern.
Prediger
des KonzilsgeistesAm 15. Juni starb der liberale Kirchengeschichtler
Giuseppe Alberigo im Alter von 81
Jahren. Alberigo wurde vor allem für seine Arbeiten über das Zweite Vatikanische Konzil bekannt. Er
interpretierte das Zweite Vatikanum als epochalen Bruch in der Kirchengeschichte. Seine Konzilsinterpretation
hat sich nicht im akademischen Bereich, in den Medien, im kulturellen Empfinden, in der Liturgie und im
praktischen Leben der Kirche durchgesetzt.
Zeit des StillstandsAm 17. Juni verschied der emeritierte
Kurienkardinal Angelo Kardinal Felici (87). Der Kirchenfürst war von 1988 bis 1995 Präfekt der Heiligsprechungskongregation.
Danach leitete er fünf Jahre die Päpstliche Kommission ‘Ecclesia Dei’. Das war eine Zeit des vollständigen
Stillstandes in der Frage der Alten Messe.
SkandalbischofAm 27. Juli starb in Toronto Bischof
Hubert
Patrick O’Connor 79jährig an Herzversagen. Gegen den Bischof zogen sich über Jahre Anklagen wegen sexuellen
Mißbrauchs. Er behauptete, die Unzucht im gegenseitigen Einverständnis begangen zu haben. Ferner gestand
er, ein Kind gezeugt zu haben.
Katholischer VerlegerAm 29. Juli starb der Gründer des Schweizer ‘Christiana
Verlags’,
Arnold Guillet. Er wirkte fast sechzig Jahre als Verleger und publizierte über tausend Bücher.
Der Gewinn wurde zurückinvestiert, um möglichst viele Bücher zu einem günstigen Preis anbieten zu
können.
Ein wiedergeborener JudeAm 5. August starb
Jean-Marie Kardinal Lustiger von Paris im achtzigsten
Lebensjahr. Kardinal Lustiger stammt aus einer jüdischen Familie. Seine Eltern kamen Anfang des 20. Jahrhunderts
von Polen nach Paris. 1940 ließ er sich 14jährig im Untergrund taufen. Der Kirchenfürst förderte besonders
den Dialog mit den Juden.
Ungehörter WarnerAm 23. August starb der Sedisvakantist und emeritierte
Münchener Philosophieprofessor
Reinhard Lauth (88). Bereits ab 1965 warnte er vor den Konzilsreformen,
insbesondere vor der Liturgiereform. Er führte einige seiner Schüler zur Priesterbruderschaft St. Pius
X.
Treuer KatholikDer emeritierte Kurienkardinal Edouard Gagnon (89) verstarb am 25. August in Montreal.
Der Kardinal war Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie. Ende der 80er Jahre visitierte der
Kardinal die Einrichtungen und Ausbildungsstätten der Priesterbruderschaft St. Pius X. Er kam zu einem
sehr positiven Urteil.
Fataler FehlerKardinal Adam Kozlowiecki (96) starb am 29. September in einem
Krankenhaus der Sambischen Hauptstadt Lusaka. Der gebürtige Pole war Jesuit. 1959 wurde er zum ersten
Erzbischof von Lusaka ernannt. Zehn Jahre später trat er mit nur 58 Jahren von seinem Amt zurück. Er
wollte sein Amt einem Afrikaner überlassen. Sein Nachfolger wurde der inzwischen vom katholischen Glauben
abgefallene Erzbischof Emmanuel Milingo.
Dem Kardinalshut davon gestorbenAm 16. Oktober starb der ehemalige
Bischof von Köslin-Kolberg,
Mons. Ignacy Jeż (93). Nur einen Tag später wollte ihn Papst Benedikt XVI.
zum Kardinal kreieren. Bischof Jeż war während im Zweiten Weltkrieg im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.
Aus dem Grauen des Konzentrationslagers zog er die Lehre von Versöhnung und Freundschaft.
Altgläubiger
KardinalAm 12. Dezember starb der emeritierte österreichische Kurienkardinal Alfons Maria Stickler.
Der Kardinal setzte sich als Pro-Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche und als Leiter des vatikanischen
Geheimarchivs für die Erhaltung und Modernisierung der vatikanischen Bibliothek ein. Er war ein besonderer
Freund der Alten Messe.
In Scharen davongelaufenAm 22. Dezember starb der brasilianische Kardinal Aloísio
Lorscheider (83). Von 1971 bis 1979 amtete er als Vorsitzender der Brasilianischen Bischofskonferenz und
von 1973 bis 1979 auch als Vorsitzender der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz CELAM. Während seiner
Amtsjahre erlebte die Kirche in Brasilien einen dramatischen Rückgang der Gläubigen.