Dienstag, 1. Januar 2008 14:00
Weltstadt mit Herz?
Wo bleibt die katholische Seele, wenn in einer ursprünglich ganz und gar katholisch geprägten Stadt nur noch 39 Prozent der Bevölkerung katholisch sind.
Münchner Frauenkirche und Rathausturm
Münchner Frauenkirche und Rathausturm
(kreuz.net) Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg hat politische Einflußnahmen bei der Ernennung des neuen Erzbischofs von München kritisiert:

„Das entspricht nicht dem Stil eines Landes, in dem es Religionsfreiheit gibt“ – erklärte der Bischof am Samstag vor der Regionalzeitung ‘Passauer Neue Presse’.

Solche Vorgänge würden auch dem Artikel 140 des deutschen Grundgesetzes widersprechen. Dieser Artikel bestimmt, daß die Kirche ihre Angelegenheiten selber regelt:

München hat sogar im Stadtwappen einen Mönch
München hat sogar im Stadtwappen einen Mönch
„Die Zeiten, in denen der König oder irgendeine Staatsinstanz bei Bischofsernennungen aktiv mitgewirkt hat, sind vorbei“ – so Mons. Müller.

Nach Angaben von Bischof Müller gibt es in Bayern „so eine Art staatskirchliche Mentalität von früher her, von der wir loskommen müssen“.

Die sieben Diözesen in Bayern seien selbstständig: „Ich würde mir wünschen, daß auch gewisse Politiker das erkennen und es bis in die protokollarische Wirklichkeit hinein umsetzen.“

Auf den Hinweis, daß er selber Kandidat für das Amt des Erzbischofs von München und Freising gewesen sei, erklärte Mons. Müller: „Ich habe mich nicht selbst ins Gespräch gebracht.“

Bischof Müller glaubt, daß die Aufgabe des neuen Erzbischofs von München nicht leicht sein wird.

Zwar sei immer von der „Weltstadt mit Herz“ die Rede, aber er frage sich, „wo die katholische Seele bleibt, wenn in einer ursprünglich ganz und gar katholisch geprägten Stadt nur noch 39 Prozent katholisch sind“.

© Titelbild: Stefan Kühn, GNU-Lizenz für freie Dokumentation
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