Samstag, 5. Januar 2008 10:43
Geschwächter Einfluß
Im Dialog zwischen der Kirche und den Protestanten hapert es nicht nur in der Glaubenslehre, sondern mehr und mehr auch auf dem Gebiet der Moraltheologie.
Prälat Karl Jüsten
Prälat Karl Jüsten
(kreuz.net) Prälat Karl Jüsten (46) hat Wolfgang Huber, den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, kritisiert.

Der Geistliche äußerte sich zur Forderung des Ratsvorsitzenden nach einer neuen Stichtagsregelung für Stammzellen-Experimenten in Deutschland.

Die Stellungnahme des Prälaten erscheint heute in den Tageszeitungen ‘Kölnische Rundschau’ und ‘Stuttgarter Nachrichten’.

Prälat Jüsten wurde 1987 für die Erzdiözese Köln zum Priester geweiht und ist seit sieben Jahren Leiter des ‘Katholischen Büros’ in Berlin.

Das ‘Katholische Büro’ ist die Verbindungsstelle der Kirche bei der deutschen Bundesregierung, beim Bundestag und bei den Parteien.

Nach Aussage von Prälat Jüsten beeinträchtigen Hubers jüngste Äußerungen gegen den Embryonenschutz den Einfluß der Kirchen und beschädigen den Ökumenismus:

„Für den evangelisch-katholischen Dialog ist der Konflikt sicher eine Belastung.“

Der Prälat im Wortlaut: „Bisher standen wir ja mit Bischof Huber fest zusammen. Wenn wir als Christen in solch wichtigen ethischen Fragen nun nicht mehr zu einem einheitlichen Urteil kommen, schwächt das insgesamt den Einfluß der Christen in dieser Frage.“

Ausdrücklich weist Prälat Jüsten die Aussage Hubers zurück, die Auseinandersetzung trage „Züge eines Kulturkampfes“.

Die Haltung der Kirche sei klar: „Wir müssen kompromißlos für den Lebensschutz eintreten und werben.“

Das sei keine konfessionelle Frage. Den von Huber heraufbeschworenen konfessionellen Gegensatz könne er „nicht erkennen“.

Viele evangelische Christen teilten die katholische Auffassung:

„Allenfalls die Frage, inwieweit ein Politiker an Positionen des Lehramtes gebunden ist, mag konfessionell unterschiedlich beantwortet werden.“
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