Montag, 7. Januar 2008 14:47
Modernistische Theologen betrachten die Tradition der Kirche häufig als etwas Zeitbedingtes und Veränderliches. Dagegen sind die inzwischen gescheiterten pastoralen Prinzipien des Zweiten Vatikanums für sie ewig und unumstößlich.


Gerade junge Priester sehnen sich nach der Alten Messe.
(kreuz.net, Vatikan) Die sogenannte liturgische Erneuerung hält er für unumkehrbar. Das erklärte der
frühere Päpstliche Zeremonienmeister, Erzbischof Piero Marini, im Gespräch mit der US-Wochenzeitung
‘National Catholic Reporter’.
Eindringlich warnt der Erzbischof davor, „zurückzugehen“. Dabei erinnerte
er an die Frau des Lot, die auf die brennende Stadt Sodom zurückschaute und dabei zur Salzsäule erstarrte.
Gegen das Allgemeine PriestertumDer Prälat glaubt, daß die Alte Messe im 16. Jahrhundert „geschaffen“
worden sei.
Sie habe angeblich dem – nach Angaben des Erzbischofs von den Protestanten entwickelten –
Gedanken vom allgemeinen Priestertum aller Gläubigen entgegentreten wollen.
Mons. Marini bedauert, daß
die Alte Messe zwischen dem Priester und dem Volk Gottes eine scharfe Trennung zieht.
Das Zweite Vatikanum
habe dagegen geholfen, die Idee des Priestertums als etwas Universales zu entdecken.
Sehnsucht ohne
Kenntnis?Erzbischof Marini warnt auch ausdrücklich vor einer „gewissen Nostalgie für die Vergangenheit“.
Er ist „besorgt“, daß diese Nostalgie bei jungen Priestern besonders stark sei: „Wie können sie für
eine Ära nostalgisch sein, die sie nicht erlebten?“
Vom sechsten bis zum 23. Lebensjahr sei er selber
mit dem überlieferten Ritus aufgewachsen: „Ich sah die Notwendigkeit der Veränderungen auf dem Zweiten
Vatikanum.“
Mons. Marini glaubt, daß die nachkonziliare Liturgiereform „keinen Verlust“ gebracht hat.
Das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ ändere nichts an der Notwendigkeit, mit der liturgischen Reform
voranzuschreiten.
Große Ideale in der KriseDas Liturgiedokument des letzten Konzils ‘Sacrosanctum Concilium’
habe eine irreversible Bewegung geschaffen. Denn die im Dokument ausgedrückten Prinzipien seien ewig.
Sie seien nicht an eine bestimmte historische Zeit gebunden.
Als Beispiele nennt der Erzbischof das
Priestertum der Gläubigen, einen angeblichen Primat der Heiligen Schrift und die Möglichkeit zur Änderung
der Riten und der Liturgiesprache:
Für Erzbischof Marini sind „die großen Ideale der Kirche“ heute
in der Krise, die er zum Teil auf eine Krise in der Liturgie zurückführt.
Unter den von ihm genannten
Idealen versteht Mons. Marini unter anderen den Ökumenismus, die innere Reform der Kirche und der Dialog
mit der Welt.
Das letzte Konzil habe diese „Herausforderungen“ annehmen und dabei mit der Liturgie beginnen
wollen.