Montag, 7. Januar 2008 18:33
Das Kreuz brannte wie Feuer
Gewisse Kulturen glauben zwar mehr an die Macht des Bösen als Schweizer Bischöfe. Dennoch wird auch in der Eidgenossenschaft mancher Plagegeist ausgetrieben.
Buchumschlag von "Exorcism".
Buchumschlag von „Exorcism“.
(kreuz.net, Basel) In der Schweiz gibt es nicht viele Besessene. Davon ist Weihbischof Martin Gächter überzeugt. Mons. Gächter ist im Bistum Basel für Exorzismus-Anfragen verantwortlich.

Kürzlich gab er dem gratis verteilten Klatschblatt ‘20 minuten’ ein Interview.

Nur ein bis zwei Prozent der Personen, die sich wegen Besessenheit an das Bistum wenden, würden tatsächlich vom Teufel gepeinigt.

Weihbischof Martin Gächter
Weihbischof Martin Gächter
Der Weihbischof gibt zwar zu, daß er keine Statistiken besitze. Er merke jedoch, daß „gewisse Kulturen – vor allem südländische – stärker an böse Mächte glauben“.

Die Menschen, die sich wegen Besessenheit an den Weihbischof wenden, seien verängstigt, fühlten sich in Not und verfolgt.

Das Bistum Basel arbeitet in diesem Zusammenhang auch mit Psychiatern und Ärzten zusammen, um psychische Krankheiten zu erkennen.

Die Bibel stimmt noch immer
Mons. Gächter beschreibt im Interview den Fall einer Frau. Auch Ärzte hätten sich ihre Leiden nicht erklären können: „Trotzdem hat die Frau gelitten. Wir merkten, daß sie von einem bösen Geist geplagt wurde. Sie war besessen.“

Der „schlechte Geist“ in ihr habe immer laut geredet. Es sei ein „richtiger Plaggeist“ gewesen, der sie nicht habe schlafen lassen. Die Frau habe auch kein Kreuz ansehen können. Es sei ihr unmöglich gewesen, das Wort „Gott“ auszusprechen.

„Sie wollte beten, aber sie konnte es nicht. Als ich mit Weihwasser ein Kreuz auf ihre Stirn machen wollte, sagte sie, daß das brenne wie Feuer.“

Der Weihbischof erklärt, daß es sich in diesem Fall um einen Dämon gehandelt habe. Solche „antichristlichen Mächte“ wollen die „Schöpfung zerstören“ und die „Menschen peinigen“.

Nach der erfolgreichen Durchführung des Exorzismus habe die Geheilte das Kreuz umarmt und geküßt.

Der Dämon habe jedoch angedroht, wieder zu kommen. Das habe er auch getan. So mußte der Exorzismus mehrfach gebetet werden, bis der Dämon tatsächlich verschwand.

Der Weihbischof weist darauf hin, daß auch die Dämonen im Evangelium androhten wiederzukommen: Es sei erstaunlich – so der Weihbischof –„wie diese Texte der Bibel auch heute stimmen“.

Keine speziellen Formeln
In dem Interview berichtet Mons. Gächter auch über die Durchführung von Exorzismen. Ein Exorzismus bestehe vor allem aus Gebeten. Es gebe jedoch „keine speziellen Formeln“ dafür.

„Wichtig ist in jedem Fall der Glaube, daß Gott stärker als alles Böse ist. Manchmal muß man lange beten, bis die Erlösung kommt.“

Er habe auch schon davon gehört, daß Exorzisten von Besessenen verprügelt wurden, so Mons. Gächter. Er selber habe die Erfahrung noch nie gemacht: „Irgendwie sind wir geschützt, weil wir mit Gott verbunden sind.“

Originaltonband-Aufnahmen des Exorzismus der Anneliese Michel
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