Samstag, 12. Januar 2008 10:47
Behaupten kann man alles
Wer zweimal lügt, dem glaubt man nicht. Wo der echte Glaube schwindet, da beginnt der Wissenschafts- Aberglaube zu blühen.
Robert Lanza auf seiner persönlichen Webseite
Robert Lanza auf seiner persönlichen Webseite
(kreuz.net) Robert Lanza – ein Biotechniker des US-Unternehmens ACT – hat kürzlich behauptet, aus einem Embryo Stammzellen gewonnen zu haben, ohne daß die Kleinstkinder dabei geschlachtet werden mußten.

Das wurde von dem US-amerikanischen Fachblatt ‘Nature’ bekanntgemacht.

Angesichts dieser Mitteilung erinnerte Mechthild Löhr – Bundesvorsitzende der deutschen ‘Christdemokraten für das Leben’ an einen peinlichen Forschungsskandal vom August 2006.

Damals behauptete der gleiche Lanza bereits, für die Firma ACT die Gewinnung embryonaler Stammzellen ohne die Tötung der betroffenen Embryonen durchgeführt zu haben:

„Eine Woche später mußte das Fachblatt ‘Nature’ zugeben, daß dieser Durchbruch nicht gelungen war.“

Der Aktienkurs des Unternehmens, das zu den wenigen weltweit gehört, die im Kinderzellen-Geschäft verblieben sind, litt in der Folge schwer und steht inzwischen bei noch 0,15 Dollar pro Aktie.

„Nach solchen Betrugsskandalen sollte die Öffentlichkeit mit unüberprüften Forschungsergebnissen vorsichtig umgehen“ – betont Frau Löhr.

Auch diesmal sei ein klarer Beweis für den behaupteten „Durchbruch“ bei der Stammzellforschung nicht geliefert worden.

Die Embryonen, denen die Stammzellen entnommen wurden, seien nicht ausgetragen und geboren, sondern nach der Entnahme tiefgefroren worden:

„Wie kann man also wissen, daß sie überlebensfähig sind oder keine Schäden davongetragen haben?“

Frau Löhr bezeichnet das Verfahren insgesamt als „ethische Mogelpackung“ und fügt hinzu, daß man nie Frauen in großer Anzahl finden wird, die ihre Embryonen nach künstlicher Befruchtung für Dritte zur Verfügung stellen.

Außerdem „gibt es bisher weltweit keine einzige Therapie mit embryonalen Stammzellen.“

Frau Löhr vermutet, daß es bei Lanzas Experimenten darum geht, ein Geschäftsmodell zu etablieren, um Paaren gegen Bezahlung neben einer künstlichen Befruchtung auch „Stammzellen auf Vorrat“ zu liefern:

„Dies wird aber nicht funktionieren, denn noch immer sind die beiden Hauptprobleme embryonaler Stammzellen nicht gelöst: das hochgradige Tumorrisiko und die Abstoßungsreaktion des Körpers beim Empfänger.“

Während es weltweit noch keine einzige Therapie mit embryonalen Stammzellen gibt, werden adulte, ethisch unbedenkliche Stammzellen – so Frau Löhr – schon zur Heilung mehrerer Dutzend Krankheiten eingesetzt:

„Das ist der wirklich ethisch saubere und erfolgversprechende Weg für Kranke.“
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