Dienstag, 15. Januar 2008 10:09
Zelebrationsfunktionäre
In Deutschland stirbt die Kirche ab. Die Priester sind überaltert, die Kirchen leer und Berufungen selten. Es gäbe Altgläubige. Doch diese Art von Auferstehung will man nicht.
Die Alte Messe lockt die Leute zurück in die Kirche.
Die Alte Messe lockt die Leute zurück in die Kirche.
(kreuz.net) Die Bischöfe der deutschen Bistümer Görlitz und Hildesheim unterlaufen das Motu Proprio.

Das beweist ein Artikel in der Dezemberausgabe der monatlich erscheinenden „IK-Nachrichten“, die den Vereinigungen ‘Initiativkreise’ und ‘Pro sancta Ecclesia’ nahestehen.

Keine „Zelebrationsfunktionäre“
Der Bischof von Görlitz, Mons. Konrad Zdarsa, gewährte Antragstellern aus seiner Diözese, die um eine Alte Messe gebeten hatten, ein Gespräch.

Anschließend speiste er sie mit Allgemeinplätzen ab. Sie mögen sich gegen Liturgiemißbräuche einsetzen, Geduld haben und leidend ausharren. Es herrsche Priestermangel.

Das Angebot, Priester von ‘Ecclesia-Dei’ Gemeinschaften einzuladen, lehnte der Bischof kategorisch ab. Er wolle – so seine Formulierung – keine „Zelebrationsfunktionäre“.

Lüge oder Nachlässigkeit?
Ein ähnliches Schicksal erlebte eine Schar Altgläubigen in Braunschweig. Die Stadt liegt sechzig Kilometer östlich von Hannover und gehört zum Bistum Hildesheim.

Der Hildesheimer Generalvikar Werner Schreer erklärte den Altgläubigen, daß es derzeit für die Alte Messe keine geeigneten Priester gäbe.

Ein solcher müsse dem Motu Proprio und seinen Ausführungsbestimmungen genügen: „Diese Vorgabe ist im Moment im Bistum Hildesheim jedoch nicht gegeben“ – behauptete der Generalvikar.

Dagegen wissen die ‘IK-Nachrichten’ von Priestern in der Region, die sich bereit erklärt haben, die Alte Messe zu lesen.

Die ‘IK-Nachrichten’ nennen allerdings keine Namen, um die Betroffenen vor Repressalien ihrer Diözesen zu schützen.

Ungehorsam gegenüber dem Papst
Eiskalt wurde auch eine zweite Gruppe von Antragstellern im Bistum Hildesheim abserviert.

In Duderstadt im Landkreis Göttingen beantragten achtzig Gläubige bei ihrem Propst eine Sonntagsmesse im Alten Ritus. Zunächst kam keine Antwort.

Auf Nachfrage wurden die Gläubigen vertröstet.

Einen schriftlichen Antrag der achtzig Gläubigen bei Bischof Norbert Trelle schmetterte Generalvikar Schreer nieder.

Als Begründung verwies er laut den ‘IK-Nachrichten’ allgemein auf die Ausführungsbestimmungen der Deutschen Bischofskonferenz zum Motu Proprio.

Die Antragsteller haben sich in der Zwischenzeit an die Päpstliche Kommission ‘Ecclesia Dei’ gewandt.
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