Montag, 14. Januar 2008 18:30
Römische Traditionalisten auf dem Weg nach Rom
Die Bischöfe der Piusbruderschaft sind exkommuniziert und deren Priester suspendiert. Dennoch ist ein Kardinal überzeugt: „Sie alle sind Menschen guten Willens, die Jünger Jesu sein wollen“.
(kreuz.net, Rom) Der Präsident der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, Dario Kardinal Castrillon Hoyos, erblickt die ersten Früchte des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’.

Gegenüber der Nachrichtenagentur ‘Zenit’ erklärte er, daß eine römische Gruppe von Traditionalisten schon die Bitte gestellt habe, zur vollen Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl zurückzukehren.

Die Kommission ‘Ecclesia Dei’ habe jetzt begonnen, die Rückkehr in die Wege zu leiten.

Es gebe auch Anfragen aus anderen Teilen der Erde: „Viele Gläubige haben uns kontaktiert, uns geschrieben oder angerufen, um uns mitzuteilen, daß sie zur vollen Gemeinschaft zurückkehren wollen.“

In dem Gespräch mit ‘Zenit’ erklärte Kardinal Castrillon auch den gegenwärtigen Status der Mitglieder der Priesterbruderschaft.

Die Exkommunikation im Jahr 1988 betreffe nur jene Bischöfe, die damals ohne Erlaubnis des Papstes die Bischofsweihen der Piusbruderschaft durchführten sowie die vier Bischöfe, die geweiht wurden.

Priester und Gläubige seien von der Exkommunikation nicht betroffen.

Nach Angaben des Kardinals ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die kirchliche Gemeinschaft wieder zusammenzufügen.

Kardinal Castrillon erklärte auch vor ‘Zenit’, daß er einige der Bischöfe der Piusbruderschaft besser kenne: „Sie alle sind Menschen guten Willens, die Jünger Jesu sein wollen“.

Jetzt sei es an der Zeit, „mit ein bißchen Demut und mit ein wenig Großzügigkeit“ zur vollen Gemeinschaft zurückkehren zu können.

Der Kardinal ist davon überzeugt, daß die Gläubigen die Gemeinschaft mit der Römischen Kirche suchen, weil sie nicht an Liturgien teilnehmen wollten, die von suspendierten Priestern zelebriert werden.

Suspendierten Priestern sei es nicht erlaubt, die Messe zu lesen und bei der Beichte die Absolution zu erteilen.

Kardinal Castrillon hofft auch, daß alle Betroffenen weiterhin mit dem Heiligen Vater zusammenarbeiten, um die Einheit wieder zusammenzufügen, damit diese „guten Leute die Fülle der Heiligkeit“ haben können, welche von der Einheit mit der einzigen Kirche Christi komme, die auf Petrus und seine Nachfolger gegründet ist.

© Titelbild: JD Treat, CC
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