Dienstag, 15. Januar 2008 11:37
Kardinal Lehmann zurückgetreten
Der Bischof von Mainz will heute auf sein Amt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verzichten. Er hatte in jüngsten Vergangenheit gesundheitliche Probleme. Update
Karl Kardinal Lehmann von Mainz
Karl Kardinal Lehmann von Mainz
(kreuz.net, Mainz) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, wird an diesem Dienstag mittag voraussichtlich den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz niederlegen.

Das berichtete ‘Radio Vatikan’ in einer Eilmeldung. Die Nachricht sei aus Kirchenkreisen bekannt geworden. Sein Amt als Bischof von Mainz will Kardinal Lehmann beibehalten.

In letzter Zeit kämpfte er mit gesundheitlichen Schwierigkeiten.

Mitte Dezember mußte er wegen Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus.

Danach begab er sich auf eine mehrwöchige Kur. Kardinal Lehmann konnte weder die Christmette noch die Neujahrsmesse halten.

Update

Heute mittag gab Kardinal Lehmann seinen Rücktritt zum 18. Februar 2008 bekannt. Er hat den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz gestern einen Brief geschrieben.

Die Frühjahrsvolllversammlung vom 11. bis 14. Februar wird der Kirchenfürst noch leiten.

Seine gesundheitlichen Probleme erlaubten ihm in Zukunft eine Ausschöpfung seiner Kräfte im bisherigen Maß nicht mehr – so der Kardinal.

Der Zeitpunkt habe auch Sinn. Die jüngsten Bischofsernennungen zeigten einen notwendigen Generationswechsel und eine Wachablösung an.

Vorsitzender seit 1987
Ab 1985 war Kardinal Lehmann stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Am 22. September 1987 wählte ihn die Bischofskonferenz zum Vorsitzenden.

In den Jahren 1993, 1999 und 2005 wurde er jeweils für weitere sechs Jahre in diesem Amt bestätigt.

Die letzte Wahl erfolgte auf der Vollversammlung der Bischöfe am 20. September 2005 in Fulda.

Längste Amtszeit
Am 2. Januar feierte Kardinal Lehmann die längste Amtszeit eines Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz seit dem Zweiten Weltkrieg.

Kardinal Lehmann war damals 7.407 Tage im Amt.

Die längste Amtszeit bis dahin hatte der frühere Erzbischof von Köln, Josef Kardinal Frings, mit 7.406 Tagen.
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