Mittwoch, 16. Januar 2008 09:21
kreuzmeldungen
Konstruierter Eklat + Dämonen erweckt + Besser für Frauen + Raucherstern + Requiem für den Kardinal
Papst Benedikt XVI. im Juni 2007
Papst Benedikt XVI. im Juni 2007
Konstruierter Eklat

Italien. Beim Neujahrsempfang für römische Spitzenpolitiker beklagte der Papst den Zustand einiger Einwandererquartiere der Stadt. Die Opposition benützte diese Worte, um eine „faktische Exkommunizierung“ des ex-kommunistischen Bürgermeisters von Rom, Walter Veltroni, zu behaupten. Die Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ konstruierte aus den Papstworten sogar ein „kleines Regensburg“. Der römische Bürgermeister habe mehr Geld in soziale Initiativen investiert als seine Vorgänger. Zur Abrundung veröffentlichte der Vatikan eine salomonische Richtigstellung. Darin begrüßte der Papst das Engagement seiner Stadt und erklärte sich von der Opposition instrumentalisiert.

Dämonen erweckt

Polen. Die polnische Kirche soll sich nach dem Zweiten Weltkrieg des Antisemitismus schuldig gemacht haben. Das ist der Tenor des im Jahr 2006 erschienenen Buches „Die Angst“ aus der Feder des umstrittenen Historikers Jan Tomasz Gross (60). Gross ist ein polnischer Jude, der in den USA lebt. Kürzlich erschien eine Übersetzung des Buchs in Polen. Gross beschimpft darin auch den heiligmäßigen Helden-Erzbischof von Gnesen und Primas von Polen, Stefan Kardinal Wyszynski († 1981). Der Erzbischof von Krakau, Stanislaw Kardinal Dziwisz, verteidigte jetzt die Kirche. Er kritisiert, daß der Verlag „Dämonen des Anti-Polentums und des Antisemitismus“ erwecke.

Besser für Frauen

Großbritannien. Zumindest zwei anglikanische Frauenpriesterinnen sind in der Vergangenheit bereits zur katholischen Kirche konvertiert. Das berichtete der ökumenische Berater des Erzbischofs von Westminster/London. Gegenüber der Wochenzeitung ‘Catholic Herald’ sagte er, daß sich viele Frauenpriester in der anglikanischen Kirche Verfolgungen ausgesetzt fühlten. Sie hätten es satt, in ihrer eigenen Kirche wie Dreck behandelt zu werden.

Raucherstern

Deutschland. Als Protest gegen das neue Rauchverbot in Gastronomiebetrieben brachte eine Firma aus Schleswig-Holstein ein T-Shirt mit einem gelben Judenstern und der Aufschrift „Raucher“ auf den Markt. Der ‘Zentralrat der Juden in Deutschland’ ist darüber empört: Es sei „hirnlos, haltlos und geschmacklos“, wenn der Holocaust für die Bedürfnisse von Rauchern instrumentalisiert werde. Die Firma hat die Werbung am Freitag von ihrer Internetseite gelöscht. Der Betreiber der Seite hat sich für die „geschmacklose Schapsidee“ entschuldigt.

Requiem für den Kardinal

Österreich. Am Donnerstag zelebrierten Patres der Priesterbruderschaft St. Petrus in Wien ein Requiem für den am 12. Dezember verstorbenen Kardinal Alfons Maria Stickler. Die Video-Webseite ‘gloria.tv’ filmte die Messe im Alten Ritus. In einer Stellugnahme betont der Zelebrant, Pater Florian Grafl, daß Kardinal Stickler der Petrusbruderschaft über Jahrzehnte sehr verbunden gewesen sei.



© Titelbild: Flickr-Benützer „Xtelle_m“, CC
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