10:13:44 | Donnerstag, 17. Januar 2008
33 Jahre leitete er als liberaler Pfarrer eine Pfarrei in der Diözese Mainz. Als krönenden Abschluß hängte er jetzt das Priestertum an den Nagel.

Die Tageszeitung ‘Offenbach Post’ besuchte den abgefallenen Priester Karl Heinz Novotny
(kreuz.net. Egelsbach) Als „unbequemer Geist“ und „Querdenker“ bezeichnet die Tageszeitung ‘Offenbach
Post’ Pfarrer
Karl Heinz Novotny (65) in einem Artikel vom 9. Januar.
Hw. Novotny war 33 Jahre lang Pfarrer
der Gemeinde St. Josef in Egelsbach/Erzhausen.
Egelsbach ist eine Gemeinde mit knapp 10.000 Einwohnern
im Landkreis Offenbach in Südhessen. Erzhausen ist die südliche Nachbargemeinde mit etwa 7.000 Einwohnern.
Jetzt hat sich der Priester eine Mitarbeiterin des Bistums Mainz angelacht und will sie im Februar standesamtlich
heiraten.
Dazu hat er sich von seinem Diözesanbischof, Kardinal Karl Lehmann, von sämtlichen Aufgaben
entbinden lassen.
Novotny steht im vierzigsten Jahr seines Priestertums und zwei Jahre vor seiner Pensionierung.
Nach eigenen Angaben hat er sich für einen „Befreiungsschlag“ entschieden:
„Daß der Entschluß nicht
leicht gefallen ist, können Sie glauben“, betonte der frisch vom Urlaub zurückgekehrte Abtrünnige vor
der ‘Offenbach Post’.
Die Gläubigen der Pfarrei wurden in den Wochenendgottesdiensten zum vergangenen
Dreikönigsfest vom Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann über Novotnys Abfall informiert:
„Es gibt
eine Beziehung zu einer Frau, die zunächst verborgen war, die auf Wunsch beider nun öffentlich gemacht
werden soll und durch eine bevorstehende standesamtliche Hochzeit rechtlich gefestigt wird.“
Nach Angaben
des Generalvikars sieht sich Novotny nicht mehr in der Lage, „die zölibatäre Form der priesterlichen
Dienste anzunehmen, zu bejahen und zu gestalten“.
Er hat sowohl mit dem Kardinal als auch mit dem Generalvikar
gesprochen: „Uns ist deutlich geworden, daß hier eine Entscheidung gefallen ist, die nicht mehr umkehrbar
ist“ – so der Generalvikar.
In seiner offiziellen Mitteilung zum Ausscheiden des Pfarrers würdigt der
Generalvikar auch Novotnys „unbestrittene langjährige Verdienste“ und mahnt, „nicht mit Steinen auf den
scheidenden Pfarrer zu werfen“.
Jetzt steht das Bistum vor einer schwierigen Aufgabe. Ab sofort ist Dekan
Günter Ludwig aus Dietzenbach als Pfarradministrator für St. Josef zuständig.
Bei gottesdienstlichen
Aufgaben wird der neue Pfarradministrator von den emeritierten Theologieprofessoren Hw. Michael Raske
und Hw. Hermann Pius Siller sowie Mitgliedern des Pfarreienverbunds Langen/Egelsbach unterstützt.
Die
Pfarrstelle wird zum 1. August zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Das Bistum geht davon aus, daß sich
für den davongelaufenen Priester ein Nachfolger finden wird.